Einer der größten Denker unserer Zeit, Wegbereiter holistischer Denkweise , Gründer des Club of Budapest und Kandidat für den Nobelpreis. Im Leben und in der Wissenschaft war er nach eigener Aussage immer auf der Suche nach "der Harmonie".
Roveda engagiert sich seit über dreißig Jahren für die Vermittlung von neuen Werten, zuerst über Produkte, mit denen er den Markt für Bioprodukte in Italien geschaffen hat, und heute über Social Media, die sich für den Schutz des Menschen und der Umwelt einsetzen. 2008 wurde er vom World Economic Forum zum Social Entrepreneur of the Year gewählt.
Zwei herausragende Persönlichkeiten stellen sich gemeinsam einer neuen Herausforderung:
Den Menschen die Idee eines "Gemeinschaftsgedankens" zu vermitteln. Ein großes Buch herauszubringen, in dem die Beiträge und Gedanken vieler interessanter Personen zusammengestellt sind, Symbolen, die Wegbereiter für eine neue Welt der Werte sind. Um gemeinsam einen neuen Lebensstil für alle zu fördern, um zu informieren und zu präzisieren. Denn die Ursache allen Übels der Welt (Erderwärmung, Wüstenbildung, Überbevölkerung etc.) ist in einem mangelnden Bewusstsein verwurzelt (und dennoch besteht die Möglichkeit zu einer Veränderung).
Zwar müssen wir auch die Auswirkungen bekämpfen, in erster Linie aber die Ursachen.
die Mitverfasser haben geschrieben
Michael Gorbachev - Rückkehr zum Wesentlichen
Das Buch, das wir in den Händen halten, ist den globalen und weltumfassenden Problemen gewidmet und richtet sich in einer klaren, logischen Sprache und mit überzeugender Beweisführung an uns. Das macht uns unsere Aufgabe leichter. Die Aufgabe ist einfach. Rückkehr zum Wesentlichen und das Begreifen, dass uns globale Probleme nicht fremd sind. Sie sind unsere Probleme. Wir werden von ihnen berührt, und zwar nicht weniger, als wir von den normalen, alltäglichen Dingen berührt werden. Und wir sind es, jeder von uns, die diese Probleme nicht nur begreifen, sondern auch tatsächlich zu ihrer Lösung beitragen können.
Tatsache ist, dass sich im Laufe der Zeit ein ganzer Berg unterschiedlicher Probleme in allen Teilen der Welt angesammelt hat: gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche und kulturelle Probleme. Widersprüchlichkeiten sind in der Gesellschaft aufgetaucht - auf unterschiedliche Weise in den unterschiedlichen Ländern, aber überall präsent - und haben zu Konflikten und Krisen geführt. Und sogar zu Kriegen. Die Beziehung zwischen dem Mensch und der Natur ist immer komplexer und belastender geworden. Die Luft ist vergiftet, die Flüsse sind verschmutzt, die Wälder abgeholzt. Die Anzahl der Widersprüchlichkeiten nimmt zu und sie gehen immer tiefer. Die Symptome dafür, dass die Gesellschaft krank ist, sind deutlich erkennbar.
Überall haben Menschen damit begonnen, ihre Unzufriedenheit mit dieser Situation zum Ausdruck zu bringen und nach Änderungen zu verlangen. Gewalttätige Bewegungen sind entstanden, die zu Streiks und Unruhen geführt haben. Die Gesellschaft ist in eine Krise geraten. Wie kann diese Krise gelöst werden? Das lässt sich schwer vorhersagen. Die Erkrankung der Gesellschaft betrifft jeden einzelnen Bürger, sie bedroht alle von uns und bringt Leid mit sich. Das Ergebnis kann eine Explosion sein, ein Blutbad, das niemand wirklich möchte, zu dem es aber spontan kommen kann.
Gibt es einen anderen Weg, der uns aus der Krise führt? Das Buch, das wir in den Händen halten, gibt uns die Antwort: Ja, es gibt einen anderen Weg. Wir dürfen nicht warten, bis die Krise der Gesellschaft ihren kritischen Punkt erreicht. Wir müssen handeln! Jeder von uns kann etwas tun. Jeder von uns kann im Kleinen etwas bewegen und zusammen können wir das erreichen, was getan werden muss. Wir können Einfluss auf die Entscheidungen der Politiker und das Schicksal der Gesellschaft nehmen und die Politiker dazu bringen, die notwendigen Änderungen herbeizuführen. Änderungen, die nicht nur die Krise beenden werden, sondern die uns auch einen Weg zeigen, wie wir überleben können, eine Entwicklung, die für Mensch und Natur gesund ist, eine bessere Lebensqualität für alle.
Die Menschheit ist an einem Punkt angelangt, an dem es offensichtlich ist, dass wir den Ereignissen nicht einfach ihren Lauf lassen dürfen. Zum Wohl der Menschheit ist eine Wende erforderlich, die Art und Weise der Entwicklung ändert. Wir sind uns bereits bewusst, dass diese Änderung wirklich notwendig ist. Jetzt müssen wir begreifen, was genau wir tun müssen, um das Schlimmste zu verhindern, und wie wir vorgehen müssen. Dieses Buch wird uns dabei helfen, die aktuelle Lage unseres Planeten einzuschätzen und den Weg zu finden, den wir gehen müssen.
Kurze Biographie
Michail Sergejewitsch Gorbatschow wurde am 2. März 1931 in Priwolnoje im Gebiet Stawropol im Süden Russlands als Sohn von Bauern geboren.
Stawropol, die "kleine Heimat", für die er immer große Liebe empfunden hat, hat seinen Charakter stark geprägt. In seinen Memoiren schreibt er "Ich glaube, dass die 'größere Heimat' wie sie mit eigenen Augen und den Augen der Vorfahren wahrgenommen wird und aus dem Schicksal des eigenen Geburtslandes hervorgeht, den wahren Patriotismus darstellt, der tief im Boden der Heimat verwurzelt und nicht nur ein abstraktes Konzept ist."
1950 schloss er das Gymnasium mit einer Silbermedaille ab und erhielt die Zulassung zur Staatlichen Universität von Moskau, wo er die juristische Fakultät besuchte und 1955 seinen Abschluss machte. Später belegte er ein Fernstudium am Institut für Landwirtschaft in Stawropol und erwarb schließlich 1967 nach seinem Abschluss in Rechtswissenschaften in Moskau auch einen Abschluss in Agrarwirtschaft.
In der Absicht, als Anwalt tätig zu werden, kehrte er in seine Heimatstadt Stawropol zurück, so er seine politische Kariere startete. Von 1955 bis 1962 durchlief er verschiedene Politikbüros der Komsomol, bis er die höchste Position im Gebiet Stawropol im Nordkaukasus innehatte, einer der wirtschaftlich bedeutendsten Regionen Russlands.
1970 wurde er zum Mitglied des Zentralkomitees der KPdSU gewählt und 1978 dann Sekretär des Zentralkomitees, was seinen Umzug nach Moskau zur Folge hatte. Hier war er zunächst für die Landwirtschaft zuständig, begann aber rasch damit, seinen Einfluss auf andere Bereiche des Zentralkomitees auszuweiten. Sein starker, demokratischer und kritischer Ansatz und seine Initiative, mit der er die wirtschaftliche, gesellschaftliche und ideologische Lage einschätzte, wurde nicht nur innerhalb der Partei bekannt, sondern auch in der Öffentlichkeit. Zwei Jahre später kam er in das Politbüro vom Zentralkomitee der KPdSU.
In einer Zeit der Stagnation wurde sein steiler Aufstieg von vielen als Zeichen für bevorstehende Änderungen in der Sowjetischen Gesellschaft interpretiert. Und die Änderungen traten ein. Im März 1985 wurde Gorbatschow nach dem Tod von drei Sekretären zum Generalsekretär des Zentralkomitees der Partei ernannt, der höchste Posten in der Hierarchie des Landes und der Partei.
Gorbatschow leitet den Änderungsprozess in der Sowjetunion ein, der später mit dem Begriff Perestrojka bezeichnet werden sollte, die grundlegende Umwandlung der Nation und der Gesellschaft. Glasnost wird zur treibenden Kraft der Perestrojka. Die Demokratisierung der Nation wird intensiv vorangetrieben und Reformen werden geplant, um die wenig effiziente Wirtschaft des Landes wieder in die Marktwirtschaft zu überführen.
Eine große Wende in den internationalen Beziehungen wird eingeleitet. Eine neue Denkweise, die mit dem Namen von Gorbatschow in Verbindung gebracht wird, trägt dazu bei, dass bedeutende Änderungen im internationalen Umfeld möglich werden.
Nach dem Rücktritt von Staatspräsident Andrei Gromyko 1988 wird Gorbatschow zum Vorsitzenden des Obersten Sowjet und dann 1989 zum Staatsoberhaupt der Sowjetunion gewählt. Damit wurde er zum Vorsitzenden des nationalen Verteidigungsrates und höchster Oberbefehlshaber der russischen Streitkräfte.
Der sowjetische Volkskongress der Volksdeputierten - das erste Parlament in der Geschichte Russlands, das aus freien Wahlen hervorgegangen ist - wählt Gorbatschow am 15. März 1990 zum Staatspräsidenten der Sowjetunion.
Problematische gesellschaftliche und ethnische Entwicklungen, mit denen die junge Sowjetische Demokratie nicht umgehen konnte, waren vermutlich der Grund für die Auflösung der multinationalen Union der Sowjetrepubliken unter der Führung von Gorbatschow. Gorbatschow unternahm äußerste Anstrengungen, um diese Entwicklung zu verhindern, verzichtete aber auf den Einsatz von Gewalt, da dies gegen seine innersten Grundsätze der Politik und Moral verstoßen hätte. Am 25. Dezember 1991 trat Gorbatschow als Staatsoberhaupt zurück.
Im Januar 1992 wird er Präsident der Stiftung für Politik, Wirtschaft und Sozialforschung (Gorbatschow Stiftung). Im März 1993 wird er außerdem Präsident des Internationalen Grünen Kreuzes, einer unabhängigen internationalen Umweltorganisation, die in über zwanzig Ländern vertreten ist. Gorbatschow ist zudem Vorsitzender der Vereinigten Russischen Sozial-Demokratischen Partei, die im März 2000 gegründet wurde.
Michail Gorbatschow erhielt 24 Ehrendoktortitel und akademische Titel und 8 Ehrenbürgerschaften, sowie verschiedene internationale Auszeichnungen, darunter auch den Friedensnobelpreis am 15. Oktober 1990 mit folgender Begründung:
"In den letzten Jahren haben dramatische Änderungen in den Beziehungen zwischen Ost und West stattgefunden. Konfrontationen wurden durch Verhandlungen ersetzt. Alte europäische Nationen haben ihre Freiheit wiedererlangt. Die Aufrüstung verlangsamt sich und wir sehen einen deutlichen und aktiven Prozess in Richtung Rüstungskontrolle und Abrüstung. Verschiedene regionale Konflikte wurden gelöst oder sind einer Lösung näher gekommen. Die UN fängt an, die Rolle zu spielen, die ihr ursprünglich in einer internationalen, durch das Gesetz regierten Gemeinschaft für zugedacht war. 1990 möchte das Nobelkomitee Michail Gorbatschow für seinen maßgeblichen Anteil ehren. Die Öffnung, die er in der Sowjetischen Gesellschaft bewirkt hat, hat auch dazu beigetragen das internationale Vertrauen zu stärken. Das Komitee ist der Meinung, dass dieser Friedensprozess, zu dem Gorbatschow einen so entscheidenden Beitrag geleistet hat, der Weltgemeinschaft neue Möglichkeit erschließt, dringende Probleme im Zusammenhang mit ideologischen, religiösen, historischen und kulturellen Differenzen zu lösen (Nobelkomitee).
Wangari Maathai - Die Kraft eines grünen Netzwerks
Hinter meinen Büchern The Challenge of Africa, Taking Root und der internationalen Entwicklung des Green Belt Movement verbirgt sich eine gemeinsame Vision. Man kann es die “Macht der Bäume” nennen, die wachsen und schließlich einen grünen Gürtel und somit ein Netzwerk bilden. In meinen Büchern habe ich meine Überlegungen zu den Erfahrungen während der Entstehungsphase dieser Bewegung niedergeschrieben und habe festgestellt, dass diese Herausforderung nicht auf Kenia allein beschränkt ist, sondern ganz Afrika betrifft.
Im Hinblick auf einen möglichen Wechsel habe ich festgestellt, dass es zwischen den einzelnen Beteiligten immer mehr Zusammenarbeit gibt. Die Ausweitung des G8-Gipfels in Pittsburgh zum G20-Gipfel, der auch die aufstrebenden Wirtschaftsnationen einbezieht, war ein deutliches Zeichen in Richtung Zusammenhalt. Weltweit wird der Fluss von Geldmitteln in enger Zusammenarbeit gesteuert und auch das globale Finanzmanagement wird mit zunehmender Kontrolle verwaltet.
Ein positiver Aspekt ist, dass wir immer enger miteinander verknüpft und verbunden sind. Dies gilt in erster Linie im Hinblick auf unsere wirtschaftliche Lage, um die wir uns als Bürger stets kümmern sollten, egal von welchem Fleck der Erde aus. Ich denke, dass das, was an irgendeinem Ort der Welt geschieht, unweigerlich auch Auswirkungen auf den Rest der Welt haben kann, so dass wir nirgends wirklich sicher sind. Wir wissen, dass das Problem des Finanzkollapses von den Vereinigten Staaten von Amerika ausging, aber auch zuvor wussten wir, dass sie Einfluss auf die gesamte Weltbevölkerung ausübten, vor allem auf die ganz gewöhnlichen Bürger. Ich bin der Meinung, dass wir Bürger mehr Bewusstsein benötigen und unsere Regierung zu mehr Vorsicht anhalten müssen, damit keine Gefahr besteht, negativ von den Entscheidungen der weltweit größten Finanz-Leader getroffen zu werden.
Heutzutage bestehen viele Verbindungen. Wir leben zwar möglicherweise in voneinander weit liegenden Ländern wie z.B. in Amerika, in Europa, in Asien oder in Afrika, aber was unser Leben und unser Finanzmanagement angeht, sind wir eng miteinander verknüpft. Genau dies findet weltübergreifend statt: Verknüpfung.
Ich persönlich denke, dass der Weg zum Glück über Hilfe und Engagement führt. Um glücklich zu sein, müssen wir uns für etwas engagieren und Hilfe leisten, Gutes tun und uns um das Wohlbefinden unserer Mitmenschen kümmern. Allerdings möchte ich an dieser Stelle hervorheben und unterstreichen, dass wir nicht die einzigen Bewohner der Erde sind, vergessen wir auch die Tiere, Pflanzen und Vögel nicht. Ihre Probleme lösen, ihr Habitat respektieren, ihr Überleben gewährleisten und uns um unsere Mitmenschen kümmern, das sind einige der Stationen auf dem Weg zum Glück.
Kurz gesagt, das wahre Glück liegt meiner Meinung nach in der Verbindung, dem Engagement und der Hilfestellung begründet.
Kurze biographie
Wangari Muta Maathai wurde im Jahre 1940 in Nyeri, Kenya, geboren. Sie war als erste Frau Mittel- und Ostafrikas Hochschulabsolventin und machte 1964 am Mount St. Scholastica College in Atchison, Kansas, ihren Universitätsabschluss, belegte dann einen Master of Science an der University of Pittsburgh (1966) und machte schließlich ihren Doktortitel in Veterinärmedizin in Deutschland und Nairobi. 1976 wurde sie Professorin für Veterinärmedizin an der Universität Nairobi, auch in diesem Fall war sie die erste Frau, der ein solches Amt aufgetragen wurde.
Zunächst Aktivistin, war sie von 1976 bis 1987 Vorsitzende der Frauenbewegung National Council of Women in Kenia, weshalb sie als subversiv galt, verhaftet und gefoltert wurde. Aus dieser politischen Erfahrung entsteht die Idee, Bäume als hauswirtschaftliches Instrument (Versorgung mit Brennholz), aus Umweltgründen (Einschränkung der fortschreitenden Wüstenbildung) und als Zeichen weiblicher Emanzipation anzupflanzen: Frauen eine nützliche und einträgliche Rolle zuzuweisen, bei der sie ihr Wissen anwenden können, bedeutet, ihnen zu einem sozialen Aufstieg zu verhelfen.
So gründet sie 1976 das Aufforstungsprojekt Green Belt, das von Beginn an zunächst in Kenia, dann in ganz Afrika, Frauen in einem weltweit einzigartigen Projekt unterstützt: Mehr als dreißigtausend Bäume wurden um Städte, Schulen und Kirchen herum angepflanzt.
Für dieses Projekt wurde ihr im Jahre 2004 der Friedensnobelpreis verliehen, womit diese Auszeichnung erstmalig an eine Afrikanerin ging.
Von der Zeitschrift “Time” wurde sie nach dem Zusammenhang zwischen Frieden und Umwelt gefragt: “Viele Kriege werden wegen der Ressourcen geführt: Im Mittleren Osten wegen Erdöl und Wasser. Hier in Afrika geht es um Mineralien, Diamanten, Grund und Holz. Das Nobel-Komitée versucht, über den Krieg hinauszublicken und zu verstehen, was die Menschheit zur Vermeidung von Kriegen tun kann. Der nachhaltige Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen fördert Frieden”.
Veröffentlichung:
The Green Belt Movement: sharing the approach and the experience (1985)
The bottom is heavy too: even with the Green Belt Movement : the Fifth Edinburgh Medal Address (1994)
Bottle-necks of development in Africa (1995)
The Canopy of Hope: My Life Campaigning for Africa, Women, and the Environment (2002)
Unbowed: A Memoir (2006)
Reclaiming rights and resources women, poverty and environment (2007)
Rainwater Harvesting (2008)
State of the world's minorities (2008)
The Challenge for Africa (2009)
Adolfo Pérez Esquivel - Allein kann niemand glücklich sein
Beim World Venice Forum 2009, dessen Vorsitz ich geleitet habe, wurde das Projekt eines internationalen Strafgerichts für Umweltvergehen vorgestellt. Die International Academy of Environmental Sciences (IAES) arbeitet an der Verwirklichung dieses Projekts auf mehreren Ebenen: Einerseits werden der weltweite Umweltzustand sowie die Ursachen der Umweltprobleme wissenschaftlich untersucht.
Andererseits wird das Problem von einem wirtschaftlichen Standpunkt aus beleuchtet, da es immer noch Unternehmen gibt, die auch auf Kosten der Menschenrechte ihre persönlichen materiellen Interessen um jeden Preis verfolgen. Die dritte – zur Verwirklichung unserer Ziele unverzichtbare – Ebene befasst sich mit dem Schaffen eines Bewusstseins des Einzelnen für Umweltfragen.
Auf rechtlicher Ebene stehen wir vor einer noch bedeutenderen Herausforderung: Wir möchten das Verfassen Nationen übergreifender Gesetze veranlassen, die Umweltsünder bestrafen, und dafür ist ein internationaler Gerichtshof erforderlich, der zur weltweiten Strafverfolgung von Umweltvergehen und Menschenrechtsverletzungen befähigt ist.
Allerdings fängt der Umweltschutz bei der Umwelterziehung, einer grundlegenden Voraussetzung, an: Zur Schaffung eines Umweltbewusstseins ist eine öffentliche, staatliche und rechtliche Politik… eine neue Erziehungspolitik, erforderlich.
Was die Krise angeht, so leben wir Lateinamerikaner in einer Dauerkrise, für uns ist die Krise … wie eine Schwester. Die weltweite Wirtschaftskrise von Herbst 2008 hat eine unmoralische und ungerechte Situation bewirkt: Die europäischen und amerikanischen Regierungen retten Banken und multinationale Konzerne und kümmern sich immer weniger um ihre Bürger. Von welcher Krise ist hier eigentlich die Rede? Um was geht es uns wirklich? Um die Krise der Banken und Unternehmen, oder um die Völker?
In den hohen Regierungskreisen kann ich kein Umdenken erkennen. Die einzig möglichen Veränderungen werden von unten aus angegangen. Über die Reaktion der Völker, der Organisationen, den Protest der Leute können wir eine wahre soziale, kulturelle und politische Veränderung bewirken. Kulturell! Mit einem neuen, aktiven Bewusstsein der Bevölkerung wird uns ein sozialer, politischer und wirtschaftlicher Umbruch gelingen.
Ein französischer Dichter, Raoul Follereau, sagte “allein kann niemand glücklich sein". Glück heißt mit anderen Personen, der Gemeinschaft, einem Volk, teilen können. Dazu muss das Gleichgewicht wieder hergestellt werden. Einklang mit uns selbst, Einklang mit der Gemeinschaft, Einklang mit der Mutter Natur, Einklang mit dem Kosmos, mit Gott. Keiner kann geben, was nicht seines ist, wenn wir also keinen inneren Frieden haben, dann können wir Frieden auch nicht weitergeben und mit anderen teilen. Teilen, so lautet der Grundsatz.
Kurze biographie
Adolfo Maria Pérez Esquivel (geboren am 26. November 1931 in Buenos Aires) ist ein argentinischer Pazifist. Er ist Architekt und Bildhauer und besuchte die Escuela Nacional de Bellas Artes und die Universidad Nacional de La Plata. Fünfundzwanzig Jahre lang unterrichtete er Architektur an Ober- und Hochschulen.
In den sechziger Jahren beginnt Perez Esquivel seine Zusammenarbeit mit christlich gesinnten lateinamerikanischen Menschenrechts- und Pazifistenvereinigungen. Im Jahre 1974 legt er seine Lehrtätigkeit nieder und widmet sich ausschließlich seiner Arbeit zugunsten der Armen sowie zur gewaltlosen Bekämpfung sozialer und politischer Ungerechtigkeit.
Nach dem Staatsputsch durch Jorge Rafael Videla war er an der Gründung des “El Ejercito de Paz y Justicia”, einer Vereinigung zur friedlichen Verteidigung der Menschenrechte, beteiligt, die sich auch für die Unterstützung von Opfern des Regimes und des Falklands-Kriegs einsetzte. 1975 wird er von der brasilianischen Polizei verhaftet und in Ecuador inhaftiert. 1977 wird er von der argentinischen Polizei verhaftet und ohne einen Prozess 14 Monate lang festgehalten und gefoltert. Während seiner Inhaftierung erhält er den Friedenspreis von Papst Johannes XXIII, 1980 wird er mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. 1999 empfängt er des Weiteren den Premio Pacem in Terris. Im Jahre 1995 veröffentlicht er seine Erfahrungen in der Erzählung Caminando junto al Pueblo. Seit 2003 ist er Vorsitzender der International League for the Rights and Liberation of People und ist außerdem Mitglied des permanenten Volksgerichts.
Heute betreibt er den in Venedig sitzenden International Academy of Environmental Sciences (IAES), der am 2. und 3. Oktober das World Venice Forum zum Thema “Die Gesundheit des Planeten Erde. Umweltkatastrophen: Verantwortungslosigkeit und Schutz” ausgetragen hat, um die Schaffung eines internationalen Strafgerichts für Umweltvergehen zu unterstützen.
Bücher:
Lucha no violenta por la paz (Le Christ au Poncho), Editions du Centurion - París.
Una Gota de Tiempo. Crónica entre la angustia y la esperanza. Ediciones Op Oloop.
Caminar Junto a los Pueblos. Experiencias no violentas en America Latina. Publicado por Ideas Instituto de Estudios y de Acción Social. Lugar Editorial.
Titel, Jezus in poncho. Impressum, Amersfoort, De Horstink, 1983.
Una Gota de Temps. Crònica entre l´angoixa i l´esperança, Pròleg d´Arcadi Oliveres.
Presentación del Premio nobel de la Paz. Serpaj Panamá. Acto realizado en el Paraninfo Universitario de la Universidad de Panamá. 13 de febrero de 2004. Conferencia Magistral sobre desafíos en la construcción de una cultura de paz.
Conferencia con motivo de la entrega del Título Doctor Honoris Causa otorgado por la Universidad Nacional de Río Cuarto, 2001
Künstlerisches Werk
Via Crucis | Monumento a la memoria combarro | Catedral de Riobamba, Ecuador…
Shirin Ebadi - Demokratie als Fundament des Friedens
Ich selbst habe mich dem Einsatz für die Durchsetzung der Menschenrechte, insbesondere der Frauenrechte, verschrieben. Und das im Iran, wo diese Rechte insbesondere nach den letzten Wahlen fortlaufend verletzt werden. Viele Studenten aus unseren Land sitzen jetzt im Gefängnis. Erst heute Morgen, während ich diese Erklärung abgebe, erfahre ich von fünfzehn verhafteten Studenten.
Das iranische Volk ist mit dem Ausgang der Wahlen von Juni 2009 nicht zufrieden. Mit der Wiederaufnahme des Universitätsbetriebs Ende September kam es zu erneuten Demonstrationen, bei denen eine beachtliche Anzahl Studenten verhaftet wurde.
Die Situation im Iran ist stellvertretend für viele andere Nationen. Ist ein Umbruch im Gange? Wird etwas verändert? Ich weiß nur eines: Die Menschen werden ihren Willen durchsetzen. Aufgrund der komplexen sozialen Situation kann man dazu keine Zeitangabe machen, es hängt von vielen Faktoren ab.
Aber ich weiß, dass jede Veränderung, jeder Umbruch, von den Leuten selbst ausgehen muss.
Es gibt nur einen einzigen Weg zum Glück, und der verläuft über die Demokratie. Demokratie bedeutet, dass die Mehrheit regiert, aber auch, dass die gewählte Mehrheit nicht machen kann, was sie will. Sie muss die Grenzen der Demokratie beachten. Denn schließlich dürfen wir nicht vergessen, dass viele Diktatoren auf demokratischem Wege an die Macht gekommen sind.
Dabei ist die Einhaltung der Menschenrechte ein Grundstein der Demokratie. Eine Regierung bezieht ihre Legitimität nicht nur aus einer Stimmenmehrheit. Sie muss die Grenzen der Demokratie beachten. Eine der Grundvoraussetzungen für Frieden heißt Demokratie.
Kurze biographie
Die aus dem Iran stammende Richtern, Anwältin und Pazifistin (geboren am 21. Juni 1947) wird im Jahre 2003 als erste Iranerin und erste muslimische Frau mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Seit 1965 studiert sie Recht an der Universität in Teheran und legt die für eine Laufbahn als Richterin erforderlichen Prüfungen ab. Sie beginnt ihre Karriere im Frühjahr 1969 und hat von 1975 bis 1979 sogar einen Vorsitz am Gericht von Teheran inne.
Nach der Islamischen Revolution im Jahre 1975 war sie wie alle weiteren Richterinnen gezwungen, ihr Amt niederzulegen und erst nach zahlreichen Protesten wurde ihr die Möglichkeit eingeräumt, mit dem Gericht als „Rechtsexpertin“ zusammen zu arbeiten. Shirin Ebadi selbst empfand diese Einschränkung als inakzeptabel, aber einige Jahre lang blieb ihr nur die Möglichkeit der Veröffentlichung von Büchern und Artikeln. Erst im Jahre 1992 erhält sie die Genehmigung, als Anwältin tätig zu sein, und öffnet ihre eigene Kanzlei.
Im Jahre 1994 gründet sie die Kinderrechtsorganisation Society for Protecting of the Cild’s Rights, deren Vorsitz sie bis heute leitet.
Als Anwältin übernimmt sie häufig Fälle von Dissidenten, die in Konflikt mit der iranischen Justiz, einer der Bastionen konservativer iranischer Macht, stehen, oder sie tritt als Nebenklägerin in Prozessen gegen Mitglieder der iranischen Staatssicherheit auf.
Zur Zeit ist die Dozentin an der Universität von Teheran und setzt sich mit aktiver Unterstützung für Frauen- und Kinderrechtsbewegungen ein. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in Teheran. In den jüngsten Jahren haben die gegen sie gerichteten Morddrohungen nach ihren eigenen Worten “deutlich zugenommen”.
Veröffentlichungen:
History and Documentation of Human Rights in Iran, 2000
The Rights of the Child. A Study of Legal Aspects of Children's Rights in Iran, Teheran, 1994
Iran Awakening: A Memoir of Revolution and Hope, New York 2006
Democracy, human rights, and Islam in modern Iran: Psychological, social and cultural perspectives, Bergen, 2003
Refugee Rights in Iran, Saqi Books, 2008
Lester R. Brown - Rückkehr zum Wesentlichen
1543 veröffentlichte der polnische Astronom Nikolaus Kopernikus sein Werk "Von den Drehungen der Himmelskreise" in dem er sich der Ansicht widersetzte, dass sich die Sonne um die Erde dreht, und stattdessen behauptete, die Erde drehe sich um die Sonne. Mit diesem neuen Modell des Sonnensystems startete er eine heftige Debatte unter Wissenschaftlern, Theologen und anderen. Seine Alternative zu dem früheren geozentrischen Weltsystem, bei dem die Erde den Mittelpunkt des Universums bildete, führte zu einem grundlegenden Umdenken und einer neuen Weltanschauung.
Heute brauchen wir eine ähnliche Wende in unserer Weltanschauung, in unserer Auffassung über die Beziehung zwischen der Erde und der Wirtschaft. Dabei ist die Frage jetzt nicht, welcher Himmelskörper sich um welchen dreht, sondern ob die Umwelt Teil der Wirtschaft ist oder die Wirtschaft Teil der Umwelt. Ökonomen betrachten die Umwelt als Teil der Wirtschaft. Ökologen dagegen sehen in der Wirtschaft einen Teil der Umwelt.
Genau so wie die geozentrische Betrachtung des Sonnensystems macht auch die Ansicht der Ökonomen die Anstrengungen zunichte, unsere moderne Welt zu begreifen. Es ist eine Wirtschaft entstanden, die sich nicht in Harmonie mit dem Ökosystem befindet, von dem sie abhängig ist.
Wirtschaftstheorie und Konjunkturindikatoren können nicht erklären, wie das natürliche System der Erde durch die Wirtschaft gestört und zerstört wird. Wirtschaftstheorie kann nicht erklären, warum das Eis in der Arktis schmilzt. Sie kann nicht erklären, warum das Grasland im Nordwesten Chinas zur Wüste wird, warum Korallenriffe im Südpazifik am Sterben sind oder warum die Kabeljaufischerei in Neufundland zusammengebrochen ist. Sie erklärt auch nicht, warum wir uns im Frühstadium des größten Aussterbens von Pflanzen und Tieren befinden, seit die Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren vom Antlitz der Erde verschwunden sind. Jetzt ist der Augenblick gekommen, in dem die Kosten abgeschätzt werden müssen, die der Gesellschaft aufgrund dieser Exzesse entstehen.
Dass sich die Wirtschaft im Konflikt mit dem natürlichen System der Erde befindet, lässt sich an den täglichen Nachrichten erkennen, in denen vom Zusammenbruch der Fischbestände, von schrumpfenden Waldflächen, von Bodenerosion, verödetem Farmland, wachsenden Wüsten, steigendem Kohlendioxydgehalt in der Atmosphäre, schmelzenden Gletschern, dem Ansteigen des Meeresspiegels, sterbenden Korallenriffen und aussterbenden Arten berichtet wird. Diese Ereignisse sind ein Hinweis auf die zunehmende Belastung der Beziehung zwischen der Wirtschaft und dem Ökosystem der Welt und fordern einen immer höheren Tribut. Wenn es so weitergeht, wird der weltweite Fortschritt bald davon übermannt und wir enden in einem wirtschaftlichen Fiasko.
Diese deutlichen und immer stärkeren Zeichen weisen darauf hin, dass ein untergeordnetes System, in diesem Fall die Wirtschaft, das nicht mit dem Verhalten des übergeordneten System, in diesem Fall dem Ökosystem der Erde kompatibel ist, dazu führt, dass beide Systeme leiden. Die jüngsten Vorkommnisse in der Wirtschaft und dem Finanzsystem werfen die Frage auf, ob wir uns nicht den Auswirkungen einer Wirtschaft gegenüber sehen, die über ihre natürlichen Grundlagen hinausgewachsen ist. Je mehr Raum die Wirtschaft bezogen auf das Ökosystem einnimmt und je mehr Druck sie auf die natürlichen Grenzen der Erde ausübt, desto zerstörerischer wird diese Unvereinbarkeit sein.
Die Herausforderung für unsere Generation ist es, diese Tendenzen umzukehren, bevor die Umweltzerstörung zu einem langfristigen wirtschaftlichen Niedergang führt, wie dies bei so vielen früheren Zivilisationen der Fall war.
Eine umweltverträgliche Ökonomie - eine Öko-Ökonomie - macht erforderlich, dass die ökologischen Grundsätze den Rahmen für die Wirtschaftspolitik abstecken und dass Ökonomen und Ökologen zusammenarbeiten, um eine neue Wirtschaft zu schaffen. Ökologen sind sich der Tatsache bewusst, dass alle wirtschaftlichen Tätigkeiten und sogar das Leben selbst vom Ökosystem der Erde abhängig sind - einem komplexen System von Arten, die zusammen leben und miteinander und mit ihrem Lebensraum in Verbindung stehen. Diese Millionen von Arten existieren in einem prekären Gleichgewicht und sind über die Nahrungskette, Ernährungszyklen, den Wasserkreislauf und das Klimasystem miteinander verflochten.
Ökonomen wissen, wie man Ziele in die Politik einbringt. Wenn Ökologen und Ökonomen zusammenarbeiten, dann können sie eine Öko-Ökonomie entwerfen und aufbauen, die in der Lage ist, den Fortschritt aufrecht zu erhalten.
So wie die Erkenntnis, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Sonnensystems ist, die Voraussetzungen für die Forschritte in der Astronomie, der Physik und den verwandten Wissenschaften geschafften hat, wird die Erkenntnis, dass die Wirtschaft nicht der Mittelpunkt unserer Welt, ist die Voraussetzungen dafür schaffen, den wirtschaftlichen Forschritt voranzutreiben und die Bedingungen für die Menschen zu verbessern. Nachdem Kopernikus seine heliozentrische Theorie verkündet hatte, gab es zwei sehr unterschiedliche Weltanschauungen. Die Vertreter der geozentrischen Anschauung sahen die Welt auf ihre Weise, die anderen, die sich der Ansicht von Kopernikus anschlossen, sahen die Welt auf eine ganz andere Weise. Das gleiche gilt heute für die unterschiedlichen Weltanschauungen von Ökonomen und Ökologen.
Zwischen Ökologie und Ökonomie bestehen grundlegende Unterschiede. So machen sich die Ökologen zum Beispiel Gedanken über Grenzen, während Ökonomen dazu neigen, solche Einschränkungen nicht anzuerkennen. Ökologen lassen sich von der Natur inspirieren, sie denken zyklisch, während Ökonomen ehr linear sind oder in Kurven denken. Ökonomen setzen großes Vertrauen in den Markt, während Ökologen oft nicht in der Lage sind, den Markt auf angemessene Weise zu schätzen.
Der Abgrund zwischen Ökonomen und Ökologen, der sich in ihrer Wahrnehmung der Welt zu Beginn des 21. Jahrhunderts auftut, könnte nicht größer sein. Ökonomen betrachteten das Wachstum der Weltwirtschaft, des internationalen Handels und der Investitionen, das nie dagewesene Ausmaße erreicht hatte, und sagten eine vielversprechende Zukunft voraus. Zu Recht waren sie stolz auf darauf, dass sich die Wirtschaft seit 1950 versiebenfacht hatte, was 2000 zur Produktion von Gütern im Wert von 6 Billionen $ und von Serviceleistungen im Wert 43 Billionen $ führte und den Lebensstandard auf ein Niveau hob, von dem niemand auch nur zu träumen gewagt hatte.
Ökologen betrachteten das gleiche Wachstum und stellten fest, dass es das Ergebnis der Verbrennung großer Mengen fossiler Brennstoffe war, deren Preis künstlich niedrig gehalten wurde, ein Prozess, der sich destabilisierend auf das Klima auswirkte. Sie blickten nach vorne und erkannten, dass stärkere Hitzewellen auf sie zukamen, heftigere Stürme, schmelzende Polkappen und ein steigender Meeresspiegel, der dazu führen würde, den Festlandanteil zu verringern, und das bei einer ständig weiter wachsenden Bevölkerung. Während Ökonomen die boomende Wirtschaft sahen, sahen Ökologen eine Wirtschaft, die das Klima veränderte, was mit undenkbaren Konsequenzen verbunden ist.
Ökonomen stützen sich bei ihrer Entscheidungsfindung auf den Markt. Sie respektieren den Markt, da dieser Ressourcen mit einer Wirksamkeit freisetzen kann, den eine zentrale Planungsstelle niemals erreichen kann (eine Erkenntnis, die der Sowjetunion teuer zu stehen kam). Ökologen bringen dem Markt weniger Verehrung entgegen, da sie die tiefere Wahrheit dahinter erkennen. Wer zum Beispiel einen Liter Kraftstoff kauft, der bezahlt dafür, dass das Öl aus dem Boden gepumpt, zu Kraftstoff verarbeitet und an die Tankstelle geliefert wird. Er bezahlt aber nicht für die Kosten, die dem Gesundheitssystem durch die Behandlung von Erkrankungen der Atemwege durch die Luftverschmutzung entstehen, und auch nicht für die Kosten des Klimawandels.
Wir haben eine Wirtschaft geschaffen, die mit ihrem unterstützenden System in Konflikt steht. Eine Wirtschaft, die das natürliche Kapital der Erde rasch erschöpft und die Weltwirtschaft im Hinblick auf die Umwelt auf einen Weg bringt, der zum unvermeidlichen wirtschaftlichen Niedergang führt. Diese Wirtschaft ist nicht in der Lage, wirtschaftlichen Fortschritt aufrecht zu erhalten. Sie wird uns nicht dorthin bringen, wo wir hin wollen. So wie Kopernikus eine neue astronomische Weltanschauung formuliert hat, der Jahrzehnte der Beobachtung des Himmels und mathematische Berechnungen vorausgegangen sind, müssen wir jetzt eine neue ökonomische Weltanschauung formulieren, die auf Jahrzehnten der Beobachtung der Umwelt und auf Analysen beruht. Eine stabile Beziehung zwischen der Wirtschaft und dem Ökosystem der Erde ist eine zwingende Voraussetzung dafür, dass der wirtschaftliche Fortschritt auch in der Zukunft Bestand hat.
Auch wenn vielen die Idee radikal erscheinen mag, dass die Wirtschaft in die Ökologie integriert werden muss, ist es doch offensichtlich, dass dies der einzige Ansatz ist, der der tatsächlichen Situation gerecht wird. Wenn die Beobachtungen nicht länger die Theorie stützten, dann ist es an der Zeit, die Theorie zu ändern in einem Prozess, den der Wissenschaftshistoriker Thomas Kuhn als einen Paradigmenwechsel bezeichnet. Wenn die Wirtschaft Teil des Ökosystems der Erde ist, ist der einzige erfolgversprechende wirtschaftspolitische Ansatz der, der sich an die Grundsätze der Ökologie hält.
Die gute Nachricht ist, dass Ökonomen ein besseres Umweltbewusstsein entwickeln und die innewohnende Abhängigkeit der Wirtschaft vom Ökosystem der Erde erkennen. Etwa 2500 Ökonomen, darunter acht Nobelpreisträger, haben zum Beispiel die Einführung einer Kohlenstoffsteuer unterstützt, die bei der Stabilisierung vom Klima helfen soll. Immer mehr Ökonomen suchen nach Möglichkeiten, um den Markt dazu zu bringen, die ökologische Wahrheit zu anzuerkennen.
Das bestehende industrielle Wirtschaftsmodell kann nicht für ein Weiterbestehen des wirtschaftlichen Fortschritts garantieren. In unserer kurzsichtigen Anstrengung, die Weltwirtschaft zu unterstützen, wie sie derzeit aufgebaut ist, vergeuden wir das natürliche Kapital der Erde. Wir verbringen viel Zeit damit, uns über unser wirtschaftliches Defizit zu beklagen, aber es ist das wirtschaftliche Defizit, das unsere langfristige wirtschaftliche Zukunft bedroht. Wirtschaftsdefizite sind das, was wir uns voneinander borgen. Wirtschaftsdefizite sind das, was wir den zukünftigen Generationen wegnehmen.
Kurze Biographie
Brown wurde von der Washington Post als "einer der einflussreichsten Denker der Welt" bezeichnet. Der Telegraph von Kalkutta sieht in ihm "den Guru der Umweltbewegung". 1996 bat die Library of Congress um seine persönlichen Unterlagen mit der Begründung, dass seine Schriften "die Denkweise über die Probleme der Weltbevölkerung und Ressourcen bereits stark beeinflusst haben".
Brown begann seine Karriere als Farmer im Süden von New Jersey, wo er auch die Schule und die Universität besuchte. Nach seinem Abschluss in Agrarwissenschaften an der Rutgers University im Jahr 1955 verbrachte er sechs Monate damit, im ländlichen Indien zu leben, wo er sich mit den Problemen der Ernährung und Überbevölkerung auseinandersetzte. 1959 begann Brown als Analytiker für internationale Landwirtschaft für das U.S. Department of Agriculture's Foreign Agricultural Service zu arbeiten.
Brown hat einen Master in Agrarwissenschaften an der University of Maryland und in Öffentlicher Verwaltung in Harvard erworben. 1964 wurde er Berater vom Sekretär für Landwirtschaft Orville Freeman für ausländische Agrarpolitik. Anfang 1969 gab er seine Stelle bei der Regierung auf und richtete den Overseas Development Council ein
1974 gründete Lester Brown mit Unterstützung des Rockefeller Brothers Fund das Worldwatch Institute, das erste Forschungsinstitut, das sich mit der Analyse globaler Umweltthemen befasste. In dieser Zeit brachte er die Worldwatch Papers, die Jahresberichte State of the World, das Magazin World Watch und ein weiteres Jahrbuch mit dem Titel Vital Signs: The Trends That are Shaping Our Future heraus, sowie die Bücherreiche Environmental Alert.
Er wurde mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen geehrt, darunter 23 Ehrendoktortitel, der MacArthur Fellowship, der United Nations' Environment Prize 1987, die Goldmedaille vom WWF 1989 und der Blue Planet Prize 1994 für seine "außerordentlichen Beiträge zur Lösung globaler Umweltprobleme". In den letzten Jahren wurde er mit der Medaille des Italienischen Präsidenten und dem Borgström Preis von der Königlich Schwedischen Akademie für Landwirtschaft und Forstwirtschaft ausgezeichnet und Honorarprofessor der Chinesischen Akademie der Wissenschaften.
Er ist einer der meistgelesenen Autoren weltweit und hat 50 Bücher geschrieben bzw. daran mitgewirkt, die in mehr als 40 Sprachen übersetzt worden sind.
Im Mai 2001 hat er das Earth Policy Institute gegründet, um eine Vision und eine Vorgehensweise zu entwickeln, mit dem Ziel, eine umweltfreundliche nachhaltige Wirtschaftsweise zu erreichen. Im November 2001 hat er das Buch Eco-Economy: Building an Economy for the Earth herausgebracht, das von E.O. Wilson als "Sofort-Klassiker" bezeichnet wurde und auf der Website www.earthpolicy.org/Books/Eco/index.htm heruntergeladen werden kann.Sein neuestes Buch ist "Plan B 3.0: So retten wir die Welt".
Wir leben bereits in zwei Welten. Eine dieser Welten dreht sich aufgrund der Trägheit der Vergangenheit weiter, wie ein Luxusdampfer, der durch das Meer pflügt. Die andere befindet sich im Aufbruch ins Unbekannte, wie ein Kind, das sich zum ersten Mal alleine in den dunklen Wald wagt. Auf den Seiten der Tageszeitungen und in den Abendnachrichten beansprucht die erste Welt den Löwenanteil für sich. Eine neue Krise verschärft die Lage in Afrika oder dem Mittleren Osten. Neue Gewalttätigkeiten stumpfen eine gedankenlose Gesellschaft ab. Ein Krieg folgt auf den anderen.
Und obwohl sich diese Ereignisse auf immer die gleiche Weise wiederholen, werden sie der Welt von den Massenmedien in den Nachrichten dargeboten. Diese Welt der Trägheit und des Verharrens ist trügerisch. Denn hinter den Krisennotizen beginnt sich eine neue Welt abzuzeichnen.
Die erste Welt ist ein Schutzwall, der unüberwindbar scheint, auch wenn sich die Menschen dahinter nicht länger sicher fühlen. Die Menschen träumen von einer Wende in der Erkenntnis, von einer Revolution, die ein Gedanke allein zum Ausbruch bringen kann. Tatsachen sind nichts anderes als die äußere Schicht der Erkenntnis. Wer nur der Welt der Trägheit und des Verharrens Beachtung schenkt, der wiegt sich in falschem Glauben. Der beeindruckende jährliche Aufmarsch der sowjetischen Armee 1980 auf dem Roten Platz ließ nicht ahnen, dass der Kommunismus vor dem Aus stand. Waffen, Kriege, Umweltkatastrophen, Gier und grenzenlose Korruption, Städte mit Wolkenkratzern, die wie Pilze aus dem Boden schießen, eine Flut an Pestiziden und Umweltverschmutzung, Flüchtlingsströme, die sich heimatlos und ziellos in die Länder ergießen, Tyranneien, die unkontrolliert Gewalt verbreiten, Pandemien, das alles ist das Ergebnis einer starren Erkenntnis, die unfähig ist, sich über ihre selbst geschaffenen Probleme zu erheben.
Zum Glück ist die zweite Welt, die Welt der rechtzeitigen Veränderung, bereit, die erste Welt zu retten. Die Besitzlosen der Welt erheben sich und ihre Forderung nach Wohlstand lässt sich nicht unterdrücken. Der Materialismus hat seinen historischen Höhepunkt erreicht und wird degradieren und sich selbst durch zunehmende Umweltzerstörung vernichten. Aus der Sicht der ersten Welt haben die Bedrohungen derartige Ausmaße angenommen, dass die Regierungen ihren Blick abwenden oder Reformen einleiten, die wenig mehr als symbolischen Charakter haben. Aus der Sicht der zweiten Welt stellt die Handlungsunfähigkeit der Regierungen keine Überraschung dar, denn von einer Politik, die zur Plünderung der Erde geführt hat, kann man wohl kaum erwarten, dass sie den Schaden wieder gutmacht, egal, wie sie sich entscheidet.
Eines der vielen absolut stichhaltigen Argumente von Ervin Laszlo und Marco Roveda ist ihre Überzeugung, dass wir einen neuen Weg finden müssen, um glücklich zu sein. Für mich persönlich ist das der Dreh- und Angelpunkt. Wenn eine amerikanische Hausfrau mit ihrem Auto zum Supermarkt fährt, großartig verpackte und verarbeitete Lebensmittel kauft, den Müll raus trägt und die Blattläuse auf den Rosen mit Insektenspray vernichtet, dann gibt ihr das nicht das Gefühl, etwas Zerstörerisches zu tun. Für sie sind das einfach die alltäglichen Handgriffe, die Teil ihrer Suche nach dem Glück sind. Aber Glück, das auf Abfällen, Giftstoffen, fossilen Brennstoffen und Konsumismus basiert, also das Paradies, das uns seit Ende des zweiten Weltkrieges vorgespiegelt wird, ist unhaltbar.
Und ebenso wenig können wir uns massive Militärkräfte leisten, mit denen 90 Prozent der Menschheit in Schach gehalten werden, damit die restlichen 10 Prozent ihre Sichtweise durchsetzen können und so das Ende ihrer Existenz und der gesamten Menschheit herbeiführen. Hat man diesen Gedanken einmal zu Ende gedacht, erscheint die Zukunft düster. Es ist deshalb tröstlich, dass dieses E-Book für eine bewusste Änderung über oberflächlichen Pessimismus oder Optimismus hinausgeht und stattdessen eine neue Art des Glücklichseins bietet.
Zweifellos führt uns die überholte Welt des Materialismus durch Umweltverschmutzung, Überbevölkerung, den Mangel an Nahrungsmitteln und Wasser und den Verlust natürlicher Lebensräume immer weiter ins Unglück. Der Großteil der Menschheit erfährt dies bereits am eigenen Leib. Eine rechtzeitige Änderung durch bewusstes Umdenken kann uns zu einem neuen Modell des Glücklichseins führen, das auf den Grundsätzen eine höheren Erkenntnis beruht.
Die Rede ist von einer neuen Welt, die auf innerer Erkenntnis aufbaut. So eine Welt ist möglich, wie dieses E-Book zeigt, und wächst bereits in den Herzen von Millionen von Menschen.
Deepak Chopra
Kurze Biographie
In den achtziger Jahren hat der Arzt Deepak Chopra mit großem Erfolg das von ihm als "Quantenheilung" bezeichnete Modell aufgestellt, in das er seine herausragenden Erfahrungen als Endokrinologe und die Erforschung des Heilungsprozesses hat einfließen lassen. Nachdem er sich 1984 in den USA niedergelassen hat, hat er einen entscheidenden Beitrag zur Verbreitung der Ayurveda-Medizin geleistet, unter anderem als Präsident der American Association of Ayurvedic Medicine.
Das Besondere an den von Chopra vermittelten Ideen ist die Suche nach einem möglichen Dialog zwischen verschiedenen Behandlungsansätzen und die Ermittlung von Gemeinsamkeiten zwischen antiker Weisheit und modernem Wissen. Ein Modell, das sich nicht nur auf die Gesundheit anwenden lässt, sondern auch auf die Gesellschaft.
Chopra hält überall auf der Welt Vorträge zu diesem Thema und wurde von bedeutenden Unternehmen, der Weltgesundheitsorganisation in Genf, der UNO, der London's Royal Society of Medicine und vielen amerikanischen medizinischen Instituten zu Konferenzen eingeladen. Als Hauptredner hat er das State of the World Forum mit so bedeutenden Gästen wie Michail Gorbatschow und Oscar Arias eröffnet, Präsident von Costa Rica und Friedensnobelpreisträger. Das Magazin "Esquire" hat ihn als einen der besten Motivationstrainer der Vereinigten Staaten bezeichnet. 1995 erhielt er zusammen mit Nelson Mandela den Preis Toastmasters International Top Five Outstanding Speakers und später den Einstein Award vom Albert Einstein College of Medicine in Zusammenarbeit mit dem American Journal of Psychotherapy. Seit 2005 ist er Senior Scientist der Gallup Organization.
Er ist bekannt als erfolgreicher Autor von über 50 Büchern und mehr als 100 Audio-, Video- und CD-ROM Werken, die in über 35 Sprachen übersetzt worden sind. Für sein Buch Peace Is the Way (Frieden statt Angst) wurde er mit dem Quill Award ausgezeichnet und für sein Buch The Book of Secrets: Unlocking the Hidden Dimensions of your Life (Das Buch der Geheimnisse) hat er den Nautilus Award erhalten. Zu seinen Bestsellern zählen unter anderem The Spontaneous Fulfillment of Desire: Harnessing the Infinite Power of Coincidence (Das Tor zu vollkommenem Glück: Ihr Zugang zum Energiefeld der unendlichen Möglichkeiten), Buddha: A Story of Enlightenment (Buddha: Die Geschichte einer Erleuchtung) und The Chopra Center Herbal Handbook: Forty Natural Prescriptions for Perfect Health. Chopra tritt außerdem regelmäßig in Fernsehprogrammen für die PBS auf.
Er ist Gründer vom Chopra Center for Wellbeing in Carlsbad, in Kalifornien. Bei diesem Zentrum handelt es sich um eine konkrete Ausgangsbasis für die Verbreitung seines Heilungsansatzes, der die Vorteile der westlichen Medizin mit der traditionellen Medizin und der Naturheilkunde verbindet.
Zusammen mit Oscar Arias, Betty Williams und anderen hat Chopra den Vorsitz der Stiftung Alliance for a New Humanity geführt, die sich zum Ziel gesetzt hat, eine "kritische Masse" an Erkenntnis in der Welt zu schaffen, um soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Freiheit, ein ökologisches Gleichgewicht und die Konfliktlösung zu erreichen.
Fritjof Capra - Das Tao der Nachhaltigkeit
Ich habe gerade ein neues Buch über Leonardo Da Vinci herausgebracht, einem Denker, der eine Wissenschaft der organischen Formen, der Zusammenhänge und Prozesse entwickelt hat, kurz gesagt, eine Wissenschaft auf höchstem Niveau. In meinem letzten Buch habe ich einen Überblick über seine Methoden gegeben, über sein Leben und seine wissenschaftlichen Errungenschaften. In diesem Buch befasse ich mich näher mit der Botanik in der Absicht, die Grundideen dieser außerordentlichen Wissenschaft zu beschreiben.
Bei Leonardo steht das Leben im Mittelpunkt der Wissenschaft. Es gibt viele Bücher über Leonardos wissenschaftliche Arbeiten, aber das, was ich in meinem Buch schreibe, hat niemand bisher gesagt, es ist tatsächlich eine Entdeckung, die ich gemacht habe. Im Grunde fragt sich Leonardo die ganze Zeit "Was ist das Leben?", er sucht nach dem Geheimnis des Lebens und nach der Natur des Lebens. Wenn er vom Wasser spricht, dann als Ursprung und Nahrung des Lebens (heute wissen wir, dass das für die Zellen so ist). Wenn er vom Gestein spricht, das vom Wasser geformt wird, bezeichnet er es als die Knochen der Erde, die ein lebendiges System bildet. Wenn er von den Pflanzen spricht, studiert er die Morphologie, die Form, die Stoffwechselvorgänge...
Die Wissenschaft von Leonardo ist aus vielen Gründen von Bedeutung für die Zeiten, in denen wir leben. Einer der Gründe ist die Tatsache, dass Leonardo ein systemischer Denker war. Er dachte in Form von Verbindungen, Zusammenhängen und Prozesse. Etwas zu "verstehen" bedeutete für ihn immer, dieses etwas mit anderen Erscheinungen in anderen Fachgebieten in "Verbindung" zu bringen.
Und genau das brauchen wir heute, denn unsere Wissenschaften sind zersplittert und nicht mehr in der Lage, mit den Problemen zurechtzukommen, denen wir uns gegenüber sehen.
In diesem historischen Moment ist in einer gesamtheitlichen Ansicht eine Änderung erforderlich. Die wir gerade erleben. Eine enorme Änderung. Denn wir sehen uns enormen Herausforderungen gegenüber: Vielleicht schaffen wir es nicht. Es gibt gute Gründe, die dafür sprechen, dass die Menschheit die kommenden fünfzig Jahre nicht überlebt.
Ich habe mich sehr intensiv mit dem Thema der Änderung befasst und Bücher darüber geschrieben.
In einer Zeit, die durch Finanz- und Wirtschaftskrisen geprägt ist, ist die Erkenntnis, dass die Banken nicht im Mittelpunkt der Wirtschaft stehen, von grundlegender Bedeutung. Das Wohlbefinden der Menschen muss im Mittelpunkt der Wirtschaft stehen. Und dieses Wohlbefinden muss auf der Erde und der Ökologie beruhen.
Wir dagegen haben eine "bankozentrische" Wirtschaft. Die amerikanische Journalistin Arianna Huffington, die eine viel gelesenen Online-Zeitung leitet, behauptet, dass heute alles so ist wie damals im alten ptolemäischen Weltsystem, als sich alles um eine falsche Auffassung gedreht hat, und dass versucht wird, dieses System mit komplizierten Erklärungsversuchen zu rechtfertigen. Dabei ist es die Kosmologie, die falsch ist. Heute will man die Wirtschaft retten und konzentriert sich dabei auf die Banken. Aber es ist nicht die Wirtschaft, die sich um die Banken dreht, sondern es sind die Banken, die der Wirtschaft und den Menschen dienlich sein müssen.
Ich glaube, dass wir seit den sechziger Jahren diesen übertriebenen Materialismus und Konsumismus allmählich leid sind, ein Leben ohne andere Werte als den Konsum, ein Leben ohne Spiritualität. Deshalb wurde auch gerade in den sechziger Jahren großes Interesse an Yoga, Meditation und östlicher Philosophie geweckt. In den sechziger Jahren sind der Feminismus und die Umweltschützer auf den Plan getreten, Schlüsselbegriffe für ein alternatives Leben. Wir haben eine alternative Gemeinschaft entdeckt, die anfänglich in den Vereinigten Staaten als "Gegenkultur" bezeichnet wurde. Diese alternative Gemeinschaft hat sich dann weiterentwickelt zu dem, was wir heute in der globalen Gesellschaft sehen, mit all ihren Websites und elektronischen Verbindungen, die sich ideell von diesen Gemeinschaften der sechziger Jahre ableiten.
Damals haben wir entdeckt, dass ein Leben, das auf Beziehungen beruht, uns die größte Zufriedenheit verschaffen kann.
Vor allem ändert sich gerade das Bewusstsein, dass wir nicht alleine auf der Welt sind, dass wir alle miteinander verknüpft und verbunden sind. Die zentrale Metapher der globalen Gesellschaft ist das Netz. Wenn ich den Kindern erkläre, dass das Netz das grundlegende Schema ist, nach dem lebende Systeme aufgebaut sind, ist das ganz einfach für mich. Sie sind mit Internet, Handys und Facebook aufgewachsen... mit Netzen. Sie wissen, dass wir in gesellschaftlichen Netzen leben. In den Ökosystemen ist es das Gleiche. Sie sind Gemeinschaften von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen, die alle miteinander vernetzt sind.
Wenn ich in meiner Einrichtung für ökologische Bildung unterrichte, dem Center for Ecoliteracy in Berkeley in Kalifornien, unterstreiche ich immer die Verbindung zwischen den ökologischen Gemeinschaften und den menschlichen Gemeinschaften. Im Grunde handelt es sich um das gleiche "Netzwerk": Das gesellschaftliche Netz ist eine wissenschaftliche Bezeichnung für das, was wir im Alltag als Gemeinschaft bezeichnen.
Was also können wir tun, damit wir wirklich zufrieden und glücklich sind? Unsere Zeit mit Freunden verbringen. Einen Spaziergang draußen in der Natur. Ein gutes Essen in guter Gesellschaft... Alles das kostet uns wenig oder nichts. Denn das sind die Vergnügen der Beziehungen. Einer Gemeinschaft.
Wir gehören bereits einer Gemeinschaft an. Als ich an einem Symposium von Nobelpreisträgern zum Thema Klima in London teilgenommen habe, habe ich Wangari Maathai getroffen, eine afrikanische Nobelpreisträgerin und Gründerin des bekannten Green Belt Movement. Wir saßen beim Abendessen nebeneinander und obwohl ich sie nicht persönlich kannte, waren wir bereits mit den Gedanken des anderen vertraut.
Wir gehören zur Gemeinschaft der Nachhaltigkeit. Und wir müssen sie vergrößern. Wir müssen den anderen Menschen zu verstehen geben, dass es uns gut geht und dass wir glücklich sind. Sicher, wir arbeiten viel, das muss eben so sein, aber wir erreichen auch viel, auf das wir sehr stolz sind.
Wir müssen den Menschen nahe bringen, dass das Leben in der Nachhaltigkeit ein gutes Leben ist. Das liegt nicht an den Gegenständen, die für Macht und Reichtum stehen. Das liegt an den Beziehungen. Ich habe zwar ein Auto, einen Prius Ibrida, aber ich fahre meistens mit dem Fahrrad, gehe zu Fuß oder arbeite von zu Hause aus. Und ich habe ein gutes Leben, umgeben von Freunden, in Gemeinschaft, ohne übertriebenen Konsum. Wenn man mich heute fragen würde, ob ich einen Experten in einem beliebigen Fachgebiet kenne, könnte ich mit zwei oder drei E-Mails in einer Stunde antworten, denn ich bin Teil eines globalen Netzes. Das ist unsere Stärke.
Kurze Biographie
Laureato in fisica all’Università di Vienna, ricercatore nel campo della fisica delle alte energie, Fritjof Capra è stato il primo a esplorare i legami tra scienza, implicazioni filosofiche e matrici di sapienza antica.
È l’autore de Il Tao della fisica (1975). Il libro ha venduto un milione e mezzo di copie in tutto il mondo, tradotto in oltre ventiquattro lingue.
È l’uomo che ha letto un testo cinese del 1200 d.C. intravvedendone una spiegazione del bootstrap quantistico.
È l’uomo che ha messo a confronto gli scritti di Oppenheimer con quelli delle Upanisad (i libri indiani più antichi del mondo).
È il pensatore che trent'anni fa (Il punto di svolta, 1982) ha preconizzato l’arrivo dell’attuale crisi energetica, l’iperbole dell’epoca dei combustibili fossili. E ha desunto dall’irrigidirsi delle strutture sociali e valoriali l’indizio dell’emergere di “nuovi modelli di evoluzione culturale”.
Il Tao della fisica. Il punto di svolta. La rete della vita e La scienza della vita: dopo aver dato alle stampe un libro ogni otto anni, ognuno fondamentale, basilare, storico, negli ultimi anni si è dedicato a nuove rêveries culturali. Ha fondato il Center for Ecoliteracy a Berkeley in California, si è dedicato a spiegare ai bambini i cicli della natura attraverso la coltivazione di orti scolastici (Ecoalfabeto, 2006) e ha rivisitato il genio di Leonardo Da Vinci come pioniere dell’olismo (con i volumi La Scienza di Leonardo, 2007, e col fresco di stampa La Botanica di Leonardo, per i tipi di Aboca).
Bibliografia:
Il Tao della fisica, Adelphi, 1982 (The Tao of physics, 1975)
Il punto di svolta, Feltrinelli, 1984, (The turning point, 1982)
La rete della vita, Rizzoli, 2001,
La scienza della vita, Rizzoli, 2002
La scienza universale. Arte e natura nel genio di Leonardo, Rizzoli, 2007
Ecoalfabeto, Stampa alternativa, 2007 a Impatto Zero®
La botanica di Leonardo, Aboca, 2009
Humanity is currently facing some of the greatest challenges in its history: economic, environmental, social and financial. Yet such tumultuous change provides a unique opportunity for us to reconsider and redefine the issues that are essential to our survival, such as peace.
During the last twenty years humanity has entered into a new epoch in its history. This has been brought about by a convergence of many factors. Finite environmental barriers are now being reached, and on multiple fronts. World population is expected to reach 7 billion within a couple of years and in many places in the world it is already at straining capacity. Technology is fuelling change at an ever increasing pace which in many ways underpins the growth of globalization. The world is connected in ways that were unimaginable even fifty years ago. Wars are no longer economically viable and change is occurring so fast that nations are struggling to keep up with both the legal and social ramifications. Even our language is changing, daily incorporating new words to describe our changing reality. Our notions and concepts of peace are changing with it.
Global challenges call for global solutions and these solutions require cooperation on a scale unprecedented in human history. Peace is an essential prerequisite because without peace we will be unable to achieve the levels of cooperation, inclusiveness and social equity necessary to solve these challenges, let alone empower the international institutions necessary to address them.
Peace lies at the centre of being able to manage these many and varied challenges, simply because peace creates the optimum environment in which the other activities that contribute to human growth can take place. In this sense, peace is a facilitator making it easier for workers to produce, businesses to sell, entrepreneurs and scientists to innovate and governments to regulate.
But if peace is an essential prerequisite for solving our sustainability challenges and improving our economic and social well-being then having a good understanding of peace is essential. This poses the question “how well do we understand peace?”. Fifty years ago peace studies were non- existent. Today there are peace and conflict centres in numerous major universities around the world. Over the last century we have moved from having departments of war to departments of defence and we are now seeing the emergence of organizations that are lobbing for the creation of departments of peace. While these changes are beneficial in improving our understanding of peace, peace has not yet become germane to the major academic disciplines, nor is there a concerted approach to the cross disciplinary study of peace. There are no courses on the literature of peace in any of the Literature departments of the major universities yet there are profound works on peace. Similarly there is no chair on Peace Economists in any major economics faculties yet most business people believe that their markets grow in peace and that their costs decrease with increasing peacefulness.
War and violence are not inevitable. All human societies have developed mechanisms for settling unproductive conflicts and providing a conducive environment for human development. This is an essential part of our human nature. As globalization embraces humanity we now need to extend these natural impulses to be globally inclusive and create a peaceful world so that we can move forward with the things that really matter. Global governance becomes key, but today there are no adequate global institutions that will act in the best interests of all of humanity. The global institutions that do exist today generally consist of members representing a specific self interest such as the nation state.
In 2009, with the economic crisis impacting most societies, global peacefulness has actually slipped. However contrary to popular belief the world in the last twenty years has become more peaceful. The frequency and lethality of wars has been declining since the end of the Cold War in 19891.
Since 1990 more wars have ceased than have started and the number of negotiated settlements has steadily increased.
Through history peace has been one of the most valued concepts yet the formal study of peace is new, its value to society is not well understood and is also poorly funded. These issues are inter-related but the importance of peace in a global society where the major challenges of this century require international co-operation on scale unparalleled in our history means peace is central to being able to manage a better future.
Therefore peace is the pre-requisite for the survival of society as we know it in the 21st century. This is worldshift that must occur before we can hope to tackle our many global challenges.
Steve Killelea
1 While in 1990 the world was engaged in 56 wars, in 2007 the total number of wars had declined to 34 and in 2005 there were 21,765 battle deaths, 5 times less the number of deaths in 2000. Source: The State of the World Atlas, eight edition, Dan Smith.
Kurze Biographie
Steve Killelea is an accomplished entrepreneur in high technology business development and at the forefront of philanthropic activities focused on sustainable development and peace.
After successfully building two international software companies: Software Products which ended up listed on NASDAQ and Integrated Research Ltd, an Australian publicly-listed company (ASX:IRI), Steve decided to dedicate most of his time and fortune to sustainable development and peace.
In 2000 Steve established his own private foundation, The Charitable Foundation (TCF), which specialises in working with the poorest communities of the world. TCF is one of the largest private overseas aid organizations in Australia. It aims to provide life changing interventions reaching as many people as possible with special emphasis on targeting the poorest of the poor. TCF is active in East and Central Africa and parts of Asia. Steve regularly visits and is actively involved in the projects he is funding. TCF supports projects that provide sustainable futures for the community such as clean water, housing, agricultural development and famine relief.
Steve is also the Founder of the Global Peace Index the first ever tool for measuring the peacefulness of countries and identifying the correlations of peace. With data collected and collated by the Economist Intelligence Unit, the GPI has sparked a debate in government, the media and academia all over the world. The Global Peace Index is now considered the benchmark for measuring the peacefulness of nations.
Steve’s latest initiative, the Institute for Economics and Peace, specializes on the linkages between business, peace and economics. The Institute is an independent not for profit research institute dedicated to empower the academic community, civil society, private sector, international institutions and governments with the knowledge to proactively use peace to achieve their desired goals.
Together with Australian filmmaker Tim Wise Steve established One Tree Films, whose mission is to produce world-class documentaries and other forms of media (including online videos) that have a strong focus on social issues. The first production “Soldiers of Peace” is a documentary film narrated by Michael Douglas illustrating the connections between individual acts of heroism and the systematic changes needed, if we are to achieve a peaceful world. The film received international acclaim and won a number of awards including the Angel Film Award at the Monaco International Film Festival 2008 the Golden Ace Award for Superior and Outstanding Film Making at the Las Vegas International Film Festival 2009 and the Club of Budapest Worldshift Ethic Film Award.
Steve currently serves on a number of Advisory Boards including the Alliance for Peacebuilding and the OECD’s Global Project on Measuring Progress of Societies, and is an International Trustee of the World Council of Religions for Peace.
During his career Steve has been recognized with a number of awards including:
- AIIA Australian Exporter of the Year - 1998, 2003
- Consensus Awards - 2001, 2003, 2006
- AIIA - Minister’s Award for Excellence - 2003
- ASOCIO Asian ICT Association Award - 2003
Last year Steve was awarded the prestigious Priyadarshini Global Award for his valuable contributions towards society as well as the Phelophepa Award for Excellence from Archbishop Desmond Tutu for his commitment and contributions to African development.
Barack Obama hat in den vergangenen Tagen "sehr harte Zeiten" angekündigt. Aber er hat auch gesagt, dass wir in erster Linie ehrlich mit uns selbst sein müssen, denn es gäbe Zeiten, in denen es ausreiche, das Haus neu zu streichen, und andere, in denen man es von Grund auf neu aufbauen müsse. Eine Aussage, mit der er sich unbeliebt gemacht hat und mit der auf dieser Seite des Ozeans niemand gerechnet hat. Vor allem nicht in meinem Land, in Italien, wo die ganze Aufmerksamkeit und Anspannung darauf ausgerichtet ist, das "Haus neu zu streichen", den Konsum zu fördern, damit die Wirtschaft wieder anläuft und der Status quo ante wieder hergestellt wird, in der Absicht, den Zusammenbruch der Wirtschaft und die Arbeitslosigkeit zu vermeiden.
Eine Logik, die uns messerscharf erscheint, eine Art zweifelsfreie Tautologie, zusammen mit dem Appellieren an das Vertrauen, wo die Italiener überhaupt noch nicht begriffen haben, warum sie in eine so dramatische Krise gestürzt sind und wer eigentlich schuld daran ist.
Es heißt, dass bald wieder bessere Zeiten kommen und dass wir unsere Aufmerksamkeit dann vielleicht auch auf die organisatorischen Aspekte richten können. Die Logik des primum vivere scheint in diesem Augenblick die einzig richtige zu sein und Personen, die behaupten, dass sich die Krise nur dadurch bewältigen ließe, dass neues strategisches Gedankengut übernommen wird, begegnen wir mit Ablehnung.
Obama hat seinen Worten beispielhafte Taten folgen lassen, die zudem deutlich gegen die Interessen der sehr mächtigen Lobby gehen: 120 Milliarden Dollar für erneuerbare Energien (während bei uns die Rückkehr zur Kernenergie als Triumph gefeiert wird), Senkung der CO2 Emissionen um 14% bis 2020, eine starke Beschneidung der Kosten für das Militär und Abbau vom Defizit durch die Senkung der Ausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan, Steuererhöhungen für Reiche, capital gain und Dividenden, sowie ein Gesundheitssystem, das für alle erschwinglich ist.
Die letzte ist vielleicht die radikalste Initiative für eine Gesellschaft, die immer stolz darauf gewesen ist, auch in den Bereichen auf freie Marktwirtschaft zu setzen, um die sich in Europa der Wohlfahrtsstaat kümmert.
Dass tatsächlich die Notwendigkeit besteht, das Land von Grund auf neu zu organisieren und den Blick auf die Zukunft zu richten, scheint nicht in der Agenda und den Prioritäten der Regierenden enthalten zu sein. Gleiches gilt, um ehrlich zu sein, auch für die Opposition.
Die Einsicht, dass diese Krise den Beleg dafür liefert, dass ein Abschnitt unserer Geschichte zu Ende geht und dass wir verändert aus der Vergangenheit hervorgehen müssen, scheint vollkommen zu fehlen. Dass wirtschaftliches Wachstum und sozialer Wohlstand nicht mehr eng miteinander verflochten sind, sondern dass sich im Gegenteil ein Abgrund zwischen ihnen auftut. Dass "Wohlhaben" und "Wohlsein" keine Synonyme sind.
Um einen sicheren Ausweg aus einer so schweren Krise zu finden, reicht es nicht aus, die bestehende Situation neuen Regeln zu unterwerfen.
Vor Kurzem war ich bei einer Gesprächsrunde mit dabei, die auf Initiative vom Minister Giulio Tremonti stattgefunden hat und an der die wichtigsten Persönlichkeiten aus der Finanzwelt beteiligt waren, und mit wachsendem Unbehagen musste ich mit anhören, wie nur die Rede von neuen Regeln und neuen Governance-Systemen war.
Die Erkenntnis fehlt, dass wir tatsächlich am Anfang einer neuen Epoche stehen, in der neue Produktionsverfahren und das Aufkommen neuer Technologien völlig neue Szenarien liefern. Eine Epoche, in der die Bedrohung des Ökosystems absolute Priorität hat und wo das Wohlbefinden nicht durch die grenzenlose Anhäufung von Reichtümern angestrebt wird.
Diese Behauptungen entbehren jeglicher Aufforderung zur Verarmung, denn nichts könnte mir ferner liegen. Ich stelle lediglich fest, dass die Religion des unbegrenzten Wachstums, das Streben nach ständig wachsendem Konsum - die an diesem Punkt Mittäter und Mitschuldiger wird - im Sinne der vom amerikanischen Präsidenten benützten Metapher bedeutet, dass wir die Fassade vom Gebäude übertünchen ohne zu bemerken, dass dahinter alles zusammenbricht. Dass die Schäden, die wir der Umwelt zufügen, die globale Erderwärmung, die Gefahren durch intensive Landwirtschaft und der Angriff auf die Biodiversität eine immer schwerwiegendere Externalität schaffen, um diesen bei den Wirtschaftswissenschaftlern so beliebten Begriff zu verwenden, für die schon bald keine Abhilfe mehr möglich ist. Dass es immer umfassendere Bedürfnisse gibt, auf die der Markt in seiner heutigen Form keine Antwort hat und die eine hervorragende Produktionschance für eine Industrie darstellen könnten, die sich stattdessen darauf versteift, uns mit Produkten zu überschütten, die wir als immer überflüssiger empfinden, und mit einer geplanten Entwertung oder Innovationen, aus denen keinerlei Nutzen gezogen werden kann, eine Wergwerfkultur verschärft, die nur als krankhaft bezeichnet werden kann.
Die dramatischen Auswirkungen, die diese Krise auf den Arbeitsmarkt hat, sind nur zu gut bekannt, ebenso wie die echten Probleme der einkommensschwachen Familien, in denen der Zugang zum Konsum noch eine Eroberung ist. Aber sich damit zu befassen, darf nicht als Alibi dafür verwendet werden, die Augen davor zu verschließen, dass die heutige Auslegung der Wirtschaft und die heutige Lebensweise mittlerweile der Vergangenheit angehören.
Giampaolo Fabris
Kurze Biographie
Giampaolo Fabris ist Präsident der Episteme Srl. Außerdem ist er Professor für Konsumsoziologie und hält damit den ersten Lehrstuhl in diesem Fach in Italien, sowie Präsident vom Studiengang für Kommunikationswissenschaften an der Universität Vita-Salute San Raffaele.
Er hat an der Universität Turin, an der Ca' Foscari in Venedig, an der IULM in Mailand und an der Fakultät für Soziologie der Universität Trient unterrichtet. Für einen Zeitraum von fünf Jahren war er Präsident der Triennale in Mailand.
Er arbeitet mit zahlreichen Tageszeitungen und Zeitschriften in Italien und im Ausland zusammen, ist Leitartikelschreiber von Affari&Finanza La Repubblica, wo er für die Rubrik "Konsum" zuständig ist, und gilt international aus einer der herausragenden Experten für Verbraucher- und Markenstudium.
Zu seinen bedeutendsten Werken zählen:
-Le ricerche motivazionali (Etas Kompass); -Il comportamento del consumatore (Franco Angeli); -Il comportamento politico degli italiani (Franco Angeli); -La comunicazione pubblicitaria (Etas Kompass); -Sociologia dei consumi (Hoepli) -Le otto Italie (con V. Mortara, Mondatori); -Il mito del sesso (Mondatori); -Sociologia delle comunicazioni di massa (Franco Angeli); -La pubblicità: teorie e prassi (Franco Angeli); -Amore e sesso al tempo di internet (Franco Angeli); -Consumatore&Mercato: le nuove regole (Sperling & Kupfer); -Il nuovo consumatore: verso il postmoderno (Franco Angeli); -La comunicazione d’impresa (Sperling & Kupfer); -Valore e Valori della marca (Franco Angeli); -Nuove identità nuovi consumi (Il Sole 24 Ore); -Societing (Egea)
Paul Hawken -
Wir werden wohl erfahren müssen was es bedeutet, Erdenbürger zu sein, und zwar zu einer Zeit, in der alle lebenden Systeme degenerieren und die Degeneration immer schneller fortschreitet. Eine wirklich unglaubliche Situation ... und dennoch, keine einschlägige Abhandlung der letzten dreißig Jahre kann diese Aussage zurückweisen. Das bedeutet, dass unsere Zivilisation innerhalb der nächsten Jahrzehnte ein neues Betriebssystem benötigt, wir sind die Programmierer.
Dieser Planet entstand mit einer ganzen Reihe Anleitungen und Vorschriften, aber wir haben sie wohl verlegt. So wichtige Regeln wie z.B. Wasser, Boden, Luft nicht vergiften, die Erde nicht überbevölkern, den Thermostat nicht berühren, usw. wurden gebrochen. Buckminster Fuller sagte, dass das Raumschiff Erde so genial geplant wurde, dass niemand bemerkt, dass wir mit einer Million Meilen pro Stunde durch das Universum fliegen und dabei keine Sicherheitsgurte benötigen, mit ausreichend Platz und herrlichem Essen – aber all das befindet sich im Umbruch.
Die Erde steht zur Vermietung. Die Erde kann es sich keine Anwerber oder Limousinen erlauben. Sie gibt uns Regen, Sonnenuntergänge, reife Kirschen, nachtblühenden Jasmin und die wunderbare Person, mit der Sie ausgehen. Versuchen Sie die Anzeichen richtig zu deuten. Und hier das Abkommen: Hören Sie nicht darauf, dass es unmöglich sei, unseren Planeten innerhalb dieser Zeitvorgabe zu retten. Lassen Sie sich nicht von Leuten die angeblich wissen, was alles nicht möglich ist. Machen Sie einfach was getan werden muss und erst dann wissen Sie, was möglich war.
Wenn ich gefragt werde, ob ich der Zukunft optimistisch oder pessimistisch entgegenblicke, dann gebe ich stets dieselbe Antwort: Wenn man wissenschaftliche Erkenntnisse über die Erde betrachtet, dann, dann wird man automatisch pessimistisch, außer man hat die Daten nicht verstanden. Wenn man hingegen Leuten begegnet, die an der Rettung der Welt arbeiten und Armen helfen, dann wird man automatisch optimistisch, außer man ist nicht in der Lage zu verstehen. Ich treffe überall in der Welt auf ganz normale Leute, die gegen Verzweiflung, Macht und unberechenbare Schwierigkeiten ankämpfen, um dieser Welt wenigsten etwas Anstand, Gerechtigkeit und Schönheit zurückzugeben. Die Dichterin Adrienne Rich schrieb: “Es wurde so viel zerstört, dass ich mich auf die Seite derer geschlagen haben, die nach und nach ohne außergewöhnliche Kräfte versuchen, die Welt wieder auf zu bauen.“ Man kann es nicht trefflicher ausdrücken. Die Menschheit vereint sich. Sie baut die Welt wieder auf, egal ob von einem Klassenzimmer oder vom Bauernhof aus, ob im Dschungel, einem Dorf, einem Campus, in Unternehmen, Flüchtlingslagern, in der Wüste, Fischfarmen oder Slums.
Eine ganze Menge Leute tun dies. Man kann nicht genau sagen, wie viele Gruppen und Vereinigungen sich mit den brisantesten Themen der heutigen Zeit befassen: Klimawechsel, Armut, Abholzung, Frieden, Wasser, Hunger, Menschenrechte, u.v.m. Es handelt sich um die größte Bewegung, die es jemals auf Erden gab. Sie ist nicht an Kontrolle interessiert, sie sucht Verbindungen. Anstelle von Machtnahme ist sie um das Zerstreuen von Macht bemüht. Sie arbeitet wie Mercy Corps hinter den Kulissen und setzt ihre Ziele durch. Man kann die genauen Ausmaße dieser Bewegung nicht quantifizieren, so groß ist sie. Sie gibt Abermillionen Menschen weltweit Hoffnung, Unterstützung und Bedeutung. Ihre Tatkraft steckt in ihrem Denken, nicht in ihrer Kraft. Ihr gehören Lehrer, Kinder, Bauern, Geschäftsleute, Rapper, Biobauern, Klosterschwestern, Künstler, Regierungsmitarbeiter, Fischer, Ingenieure, Studenten, unverbesserliche Schriftsteller, weinende Muslime, besorgte Mütter, Dichter, Ärzte ohne Grenzen, leidende Christen, Straßenmusikanten, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und, wie es der Schriftsteller David James Duncan ausdrücken würde, der Schöpfer, der uns alle auf unermessliche Weise liebt, an.
Eine rabbinische Weisheit besagt: Am Ende der Welt und bei Ankunft des Messias pflanze zunächst einen Baum und warte dann ab, ob die Geschichte wahr ist. Inspiration kann nicht aus den Vorhersagungen über das, was uns zustoßen wird, gewonnen werden. Sie ist im menschlichen Willen nach Aufbau, Umbau, Neuordnung, Neudenken und Umdenken verhaftet. “Eines Tages wurde dir schließlich bewusst, was du zu tun hattest und du hast deine Aufgabe trotz der Stimmen, die dir weiterhin unklugen Rat zuriefen, begonnen”, so lautet Mary Olivers Beschreibung der Entfernung vom Profanen hin zu einer tiefen Verbundenheit der lebendigen Welt.
Millionen Menschen arbeiten im Interesse von Fremden, selbst wenn die Abendnachrichten gewöhnlich vom Tod Fremder berichten. Diese freundliche Gesinnung gegenüber Fremden hat religiöse, ja gar mythische Ursprünge und ist fest im achtzehnten Jahrhundert verwurzelt. Sklavereigegner waren die Ersten, die sich zu einer nationalen und globalen Bewegung zur Verteidigung der Rechte Unbekannter zusammenschlossen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich Gruppen stets nur um ihre eigenen Interessen bemüht. Die Gründer dieser Bewegung waren weitgehend unbekannt - Granville Sharp, Thomas Clarkson, Josiah Wedgwood – und ihr Anliegen schien lächerlich: Damals befanden sich drei Viertel der Weltbevölkerung im Sklavenstand. Seit Menschengedenken hatte es Sklaverei gegeben. So wurde den Sklavereigegnern Ungläubigkeit entgegengebracht. Konservative belächelten die Abolitionisten als Liberale, Progressive, Weltverbesserer, Wichtigtuer und Aktivisten. Ihnen wurde vorgehalten, die Welt in den Ruin und England in die Armut zu treiben. Und dennoch gelang es einer Gruppe von Leuten zum ersten Mal in der Geschichte, sich zusammenzuschließen um Anderen, die sie niemals kennenlernen würden, zu helfen ohne einen direkten bzw. indirekten Vorteil davon zu tragen. Und heutzutage tun es ihnen weltweit täglich Abermillionen Leute gleich. Man spricht von der Welt der Gemeinnützigen, Zivilgesellschaften, Schulen, sozialem Unternehmertum, nicht behördlichen Organisationen und Firmen, die soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz an oberste Stelle ihrer Aufgaben und strategischen Ziele setzen. Die Zielrichtung und der Umfang ihres Engagements sind in der Geschichte einzigartig.
Die lebendige Welt ist nicht irgendwo “da draußen”, sondern im Herzen jeder Person. Was wissen wir über das Leben? Die Biologin Janine Benyus benutzt folgende Worte: Das Leben schafft die Bedingungen, die dem Leben förderlich sind. Ich kann mir für die künftige Wirtschaft kein trefflicheres Motto vorstellen. Wir haben Zehntausende verlassene Häuser ohne Bewohner, und Zehntausende verlassene Leute ohne ein Zuhause. Wir haben gescheiterte Banker die gescheiterte Behörden über die Rettung gescheiterter Anlagen beraten. Wir sind die einzige Spezies der Erde mit Arbeitslosigkeit. Ganz wunderbar. Unsere Wirtschaft behauptet, dass es billiger kommt, die Erde in Echtzeit zu zerstören als sie zu sanieren, wiederaufzubauen und zu unterstützen. Man kann Geld drucken, um eine Bank aufzustocken, aber es ist nicht möglich Leben zu drucken, um unserem Planeten aus der Klemme zu helfen. Momentan stehlen wir die Zukunft, verkaufen sie in der Gegenwart und nennen dies Bruttosozialprodukt. Wir könnten ebenso gut eine Wirtschaft haben, die sich mit dem Heilen, und nicht mit dem Stehlen der Zukunft befasst. Wir können entweder in die Zukunft investieren oder die Zukunftsinvestitionen nehmen. Ersteres nennt man Sanierung, Letzteres Ausbeutung. Und in dem Moment, in dem wir die Welt ausbeuten, beuten wir gleichzeitig ihre Bewohner aus und schaffen unsägliches Leiden. Sich für die Welt einsetzen ist kein Weg zum Reichtum, sondern ist bereits eine Form des Reichtums.
Die erste lebende Zelle entstand etwa vor 40 Millionen Jahrhunderten und wir alle sind ihre direkten Nachfahren. Wir alle atmen in dieser Sekunde dieselben Moleküle ein, die auch Moses, Mutter Teresa und Bono eingeatmet haben. Wir alle sind miteinander verbunden. Unsere Schicksale sind untrennbar. Wir existieren, weil jede Zelle davon träumt, sich zweizuteilen. Und Träume werden wahr. In jedem von uns steckt eine Quadrillion Zellen, von denen 90 Prozent keine menschlichen Zellen sind. Unser Körper ist eine Gemeinschaft, und ohne all diese Mikroorganismen würden wir innerhalb weniger Stunden verenden. Jede menschliche Zelle besteht aus 400 Milliarden Molekülen, die mit Abermillionen Atomen millionenfache Prozesse ausführen. Die Gesamttätigkeit der Zellen eines menschlichen Körpers ist wirklich überwältigend. Eine Septillion Vorgänge in einem Augenblick, eine 1 mit vierundzwanzig Nullen. In einer Tausendstelsekunde laufen in unserem Körper mehr Prozesse ab, als es Sterne im Universum gibt, und das entspricht einer Aussage von Charles Darwin als er behauptete, die Wissenschaft würde entdecken, dass jedes Lebewesen ein “kleines Universum, ein Wirt für selbststreuende, unvorstellbar kleine Organismen sei, so zahlreich wie die Sterne am Himmel.”
Diesbezüglich habe ich zwei Fragen an Sie. Erste Frage: Können Sie Ihren Körper fühlen? Halten Sie einen Moment inne. Spüren Sie Ihren Körper. Eine Septillion gleichzeitig ablaufender Vorgänge, so perfekt, dass Sie es nicht wahrnehmen. Versuchen Sie, es zu spüren. Man nennt es Leben. Das sind Sie. Zweite Frage: Wer ist für Ihren Körper verantwortlich? Wer steuert all diese Moleküle? Hoffentlich keine politische Partei. Das Leben selbst schafft die Bedingungen, die dem Leben förderlich sind. Es liegt in unserer Natur Bedingungen zu schaffen, die dem Leben förderlich sind. Stellen Sie sich vor, dass die Menschheit kollektiv eine tiefgründige Weisheit besitzt, die sie zusammenführt um die Wunden und Verletzungen der Vergangenheit zu heilen.
Ralph Waldo Emerson fragte einmal was wir tun würden, wenn die Sterne nur einmal alle zehntausend Jahre zum Vorschein kämen. Selbstverständlich würde in dieser Nacht keiner die Augen zu tun und über Nacht entstünden neue Religionen. Wir befänden uns in einem ekstatischen, delirischen Zustand und wären hingerissen von Gottes Ruhm und Größe. Die Sterne aber kommen treten jeden Abend zum Vorschein und wir sitzen vor dem Fernseher.
Noch nie, weder in Tausend noch in Zehntausend Jahren, gab es einen so außergewöhnlichen Zeitpunkt, zu dem wir uns Alle gegenseitig bewusst waren und die vielfachen Gefahren, die unsere Zivilisation bedrohen, vor Augen hielten. Jedes Individuum ist so komplex und wunderbar wie ein Stern des Universums. Wir haben Großartiges erzielt, aber was die Ehrfurcht vor der Schöpfung angeht sind wir vom Weg abgekommen. Wir stehend vor einer so unglaublichen, überwältigenden Herausforderung wie keine Generation jemals zuvor. Die früheren Generationen scheiterten. Sie blieben nachts nicht wach. Sie ließen sich ablenken und missachteten die Tatsache, dass unser Leben ein Wunder ist, Augenblick für Augenblick. Die Natur ruft uns auf ihre Seite. Einen besseren Boss kann man sich nicht wünschen. Die wirklich unrealistischen Personen sind die Zyniker, nicht die Träumer. Hoffnung ist nur dann sinnvoll, wenn jede Hoffnung sinnlos scheint. Dieses Jahrhundert gehört der neuen Generation. Sie muss es fassen und laufen, als hinge ihr Leben davon ab.
Paul Hawken
Kurze Biographie
Er ist Umweltschützer, Unternehmer, Journalist und Bestseller-Autor. Seit dem Alter von 20 Jahren engagiert er sich für nachhaltige Veränderungen der Beziehung zwischen Wirtschaft und Umwelt und seine Werke befassen sich hauptsächlich damit, wie man Unternehmen umweltverträglich gestalten kann. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen gehört sicherlich das gemeinsam mit Amory Lovings verfasste Buch Öko-Kapitalismus: Die industrielle Revolution des 21. Jahrhunderts, das auf dem Grundsatz “gesteigerte Produktion, gesenkte Verschwendung” aufbaut.
Sein letztes Werk Blessed Unrest mit dem Titelzusatz Wie die Größte Bewegung der Welt Entstand und Warum Sie Niemand Kommen Sah wurde 2007 veröffentlicht. Hawken beschreibt diese Bewegung, die größte soziale Bewegung der Welt, die sich aus Abermillionen Organisation zusammensetzt. Eine Bewegung, die sich weltweit für soziale Gerechtigkeit einsetzt, Umweltschutzmaßnahmen fordert und für den Erhalt lokaler Kulturen und Traditionen kämpft. Eine einzigartige, länderübergreifende Bewegung, die allein auf der Gedankenkraft aufbaut. Keine Leader, keine Anführer, aufgeteilt in Gruppen, aber tief vereint.
Hawken wurden bereits sechs Ehrendoktortitel verliehen, darunter die jüngste Auszeichnung der Portland University im Mai 2009.
Rajendra Pachauri -
Wir wissen genug, um tätig zu werden, den das 4. Gutachten des IPCC hat nicht nur den aktuellen, sehr ernsten Zustand der Klimaveränderung deutlich gemacht, sondern hat auch umso düstere Zukunftsprognosen erstellt; Zustände, die eintreten, wenn wir die Emissionen von Treibhausgasen nicht verringern, oder besser gesagt drastisch einschränken. Demnach denke ich, dass die Leute heutzutage weltweit recht gut über den Klimawechsel Bescheid wissen und nun erkennen, dass wir wirklich etwas gegen dieses Problem unternehmen müssen.
Ich hoffe, dass in Kopenhagen eine strikte Vereinbarung über die Maßnahmen getroffen wird, welche die gesamte globale Gemeinschaft angesichts des Klimawechsels zu ergreifen hat , sowie die Förderung von Maßnahmen für die Entwicklungsländer festgelegt wird, um sie bei der Anpassung an die Auswirkungen des Klimawechsels zu unterstützen und den Technologietransfer in Entwicklungsländer zu erleichtern
Es geht darum, dass wir uns mit Problemen wie der Klimaveränderung befassen müssen. Wer glaubt, vom Klimawechsel nicht betroffen zu sein, der hat völlig falsche Schlussfolgerungen getroffen, denn was auf irgendwo auf der anderen Seite Erde vor sich geht, wirkt sich auf irgendeine Art und Weise auch auf uns aus. Unsere Welt braucht Frieden, eine stabile soziale Ordnung; Wenn wir aber zulassen, dass der Klimawechsel in Zukunft Krisen verursacht, dann betrifft das alle Menschen der Erde, demnach sind wir ein Universum, eine Familie.
Rajendra Pachauri
Kurze Biographie
Dr. Rajendra K Pachauri wurde am 20. August 1940 in Nainital, Indien, geboren. Seit 1981 ist Führungsperson des TERI (Tata Energy Research Institute), wo er in den Anfangsjahren als Direktor war und seit April 2001 das Amt des Generaldirektors bekleidet. TERI ist in den Bereichen Energie, Umwelt, Forstwirtschaft, Biotechnologie und Erhalt natürlicher Ressourcen tätig und bietet Regierungen, Behörden, Unternehmen und Organisationen weltweit professionelle Unterstützung und Beratung. Des Weiteren wurde Dr. Pachauri 2002 zum Vorsitzenden des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change, dem Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen) gewählt, der von der Weltorganisation für Meteorologie und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen 1988 ins Leben gerufen wurde, und bekleidet diesen Posten beim IPCC seit dem 20. April 2002. Er war aktiv an verschiedenen internationalen Foren zum Thema Klimawechsel und dessen politische Auswirkungen beteiligt.
Der Name Dr. Rajendra K. Pachauri, Generaldirektor des TERI und Vorsitzender des IPCC, ist zum Synonym für Klimawechsel- und Umweltthemen geworden. Er ist international als führender Denker und Wissenschaftler anerkannt, besonders seit er im Jahre 2007 gemeinsam mit Al Gore stellvertretend für das IPCC mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde und die beiden Funktionen stets problemlos ausgeübt hat. Nun wird ihm eine dritte Rolle als internationaler Staatsmann zuteil, der sich für das Bewusstmachen der Klimaveränderungen einsetzt. Da sich die Welt der Realität eines imminenten Klimawechsels nicht mehr entziehen kann, wurden Umweltproblematiken plötzlich zu einem besonders dringlichen, stetig wachsenden Thema auf Dr. Pachauris Arbeitsplan. Er ist heute permanent kreuz und quer über den Globus auf Reisen, um Aufklärung und Wissen über die vom Menschen verursachten Klimaveränderungen zu verbreiten und den Grundstock für die erforderlichen Gegenmaßnahmen zu legen.
Wenn er gerade nicht mit Vorträgen über den Klimawechsel, Vorstandssitzungen, Entscheidungen des TERI, Reisen und Angelegenheiten des IPCC beschäftigt ist, dann ist Dr. Pachauri als Schriftsteller tätig. Er hat Hunderte von Artikeln für akademische Veröffentlichung sowie mehr als 23 Bücher verfasst und dichtet zum Zeitvertreib. Des Weiteren ist er ein begeisterter Cricketspieler, wofür er immer ein bisschen Zeit findet.
Karan Singh - Der unumgängliche Wandel
Trotz all der erstaunlichen, ja bahnbrechenden wissenschaftlichen und technologischen Neuerungen der letzten Jahrzehnte, von der Erforschung von Kleinstpartikeln bis hin zu den entferntesten Weiten des Weltalls, von Instant Communication bis hin zur Entschlüsselung des menschlichen Genoms, steckt die Menschheit noch immer in einer ganzen Reihe tiefer Krisen, die alle zusammen nicht nur eine Bedrohung des Einzelnen und einzelner Staaten, sondern der gesamten Menschheit bedeuten.
Zu den besonders gravierenden Problemen zählen sicherlich die globale Erderwärmung und die Klimaveränderungen mit einhergehenden verheerenden Folgen wie einem beachtlichen Anstieg des Meeresspiegels, schweren Flutkatastrophen, Millionen Umweltflüchtlingen, schmelzenden Gletschern, ausgetrockneten Flüssen und grundlegenden Störungen der Anbaustrukturen.
Eine weitere Bedrohung steckt in der religiös begründeten Form des Terrorismus, der seine Fangarme mittlerweile in allen Teilen der Erde ausgebreitet hat und weltweit Chaos und Unsicherheit auslöst. Hinzu kommen weitere terroristisch-anarchisch orientierte Gruppen, deren Ziel die Entmachtung existierender Regierungsstrukturen und die Einrichtung sogenannter 'Befreiter Zonen' ist, was unweigerlich zu Anarchie und Gewalt führt.
Die dritte große Krise ist aus einem weltweiten Zusammenbruch der kapitalistischen Wirtschaftsmärkte entstanden, da die zügellose Habgier einer Unternehmenskultur ohne jeden moralischen und ethischen Skrupel das ganze System schließlich an den Rande des Niedergangs getrieben hat. Folgen sind eine allgegenwärtige Angst vor umfassender Rezession, sozialen Spannungen und Gewalt in vielen Gegenden der Erde, darunter auch in den wohlhabenden Industrienationen.
Die grundlegende Frage, die wir uns angesichts dieser Tatsachen stellen müssen, lautet: Können wir diese und weitere damit verbundene Probleme ohne einen bedeutenden Bewusstseinswandel lösen? Momentan beruht unsere Einstellung auf einer von Newton, Descartes und Marx beeinflussten Ablehnung spiritueller Werte und Lobpreisung materialistischen und dualistischen Denkens. Dies hat uns von unseren spirituellen Wurzeln entfernt und gleichzeitig den spirituellen Grundstock, der jeder blühenden Zivilisation zugrunde liegt, ins Wanken gebracht. Es ist offensichtlich, dass eine derartige Philosophie und der momentane Lebensstil der wohlhabenden Nationen und Gesellschaften untragbar geworden sind. Machen wir auf diesem Weg weiter, so werden wir in nicht allzu ferner Zukunft in die Katastrophe laufen und den kommenden Generationen nichts als ein zerstörtes Chaos hinterlassen.
In diesem Zusammenhang kann man weltweit eine Reihe neu entstehender holistischer Bewegungen ausmachen, deren Ziel die Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Mensch und Natur sowie die Entwicklung neuer Lösungsansätze für Konfliktbehandlung und soziale Integration ist. Als Gegenpol zu dem von Samuel Huntington im gleichnamigen Buch so trefflich beschriebenen erbitterten, selbsterfüllenden Konzept des “Clash of Civilization“, dem Kampf der Kulturen, gibt es Formeln zur „Convergence of Civilization“, der Annäherung der Kulturen, und zahlreiche Initiativen, um dies in die Tat umzusetzen. Die gesamte glaubensübergreifende Bewegung baut auf einem alten vedischen Sprichwort auf: "Es gibt nur eine Wahrheit, die Weisen geben ihr viele Namen".
Ein Beispiel dafür ist die südindische Stadt Auroville, geprägt von religiöser, nationaler, sprachlicher und kultureller Vielfalt, die auf den Lehren des bedeutenden Evolutionsprofessors Sri Aurobindo und seiner Mutter aufbaut. Viele weitere derartige Versuche sind weltweit am Entstehen, allerdings sehr vereinzelt, an weit voneinander entfernten Orten und ohne ein effizientes Netzwerk. Es liegt nun an uns, dem sogenannten "Holistic World Project" eine gewisse Eile und Dringlichkeit zu verleihen, damit die einzelnen Zweige alternativer Lebensauffassung zu einer positiven und wirkungsvollen Symbiose vereint werden können.
Dabei muss man sich vor Augen halten, dass der Wandel auf zwei Achsen, horizontal und vertikal, von statten geht. Die horizontale Achse befasst sich mit der engen Zusammenarbeit und weltweiten Koordinierung von Einzelpersonen, Organisationen und Einrichtungen, die sich als Alternative zum gescheiterten Zeitgeist der holistischen Philosophie verschrieben haben. Die vertikale Achse betrifft jeden Einzelnen beim Wechsel zu einer tieferen, tiefgründigeren Bewusstseinsebene. Es handelt sich dabei um eine individuelle Herausforderung, die man anhand von einigen Techniken und Philosophien erreichen kann, darunter Yoga, Zen, Meditation und Gebet. Nur wenn sich die Bewegung auf beiden Ebenen weiterentwickelt sind wir in der Lage, unsere eigene kollektive Habgier und unseren technologischen Erfindungsreichtum zu überwinden.
Wir sollten nicht vergessen, dass trotz dem Ende des Kalten Krieges überall auf der Welt Hunderte von Kriegen mit Hunderttausenden Toten und Millionen Flüchtlingen stattgefunden haben und stattfinden und die vorhandenen nuklearen Waffenlager ausreichen, um die gesamte Menschheit mehrfach auszurotten. Es ist deshalb von ausgesprochener Dringlichkeit, einen grundlegenden Wandel in unserem Bewusstsein und in unserem Handeln herbei zu führen. Schließlich lautet ein chinesisches Sprichwort: "Es ist später als du denkst".
Wir werden von den Ereignissen übermannt und es scheint fast, als hätten die Kräfte der Gewalt und Negativität ein nicht zu stoppendes Moment erreicht. Dennoch dürfen wir uns keinesfalls einer verliererischen Stimmung hingeben. Wir sollten vielmehr unsere materiellen, intellektuellen, moralischen und spirituellen Ressourcen mobilisieren und somit zu einer höheren Bewusstseinsebene gelangen. Allein darin liegt unsere individuelle und kollektive Rettung.
Karan Singh
Kurze Biographie
Der visionäre indische Staatsmann und Kulturbotschafter Karan Singh wurde am 9. März 1931 in Cannes, Frankreich, als Sohn des letzten Prinzregenten von Kashmir und Jammu (auch als Königshaus Jammu und Kashmir bekannt), des Maharajas Hari Singh und seiner Frau, der Maharani Tara Devi, geboren.
Er besuchte die Doon School in Dehra Dun, erhielt einen B.A. am Sri Pratap Singh (S. P.) College, Srinagar, an der Jammu and Kashmir University, und seinen M.A. in Politikwissenschaften an der Delhi University, an der er auch sein Doktorat (Ph.D.) durchführte:
Im Jahre 1949 wurde der damals Achtzehnjährige zum Regenten von Jammu und Kashmir ernannt, nachdem sein Vater infolge des Beitritts an Indien sein Königsamt niedergelegt hatte. Er diente in den darauffolgenden Jahren als Regent, Sadr-i-Riyasat und schließlich 1965 bis 1967 als Gouverneur von Jammu und Kashmir. Er war schließlich von 1967 bis 1973 Kabinettsminister für Tourismus und zivile Luftfahrt, von 1973 bis 1977 Kabinettsminister für Gesundheitswesen und Familienplanung und von 1979 bis 1980 Kultus- und Erziehungsminister. Von 1990 bis 1991 war er Indischer Botschafter in den Vereinigten Staaten.
Von 1967 bis 1980 und 1990 war Karan Singh MP im Lok Sabha und seit 1996 MP im Rajya Sabha. Ebenso war er Rektor der Banaras Hindu University, der Jammu and Kashmir University und der Jawaharlal Nehru University. Er ist aktives Mitglied zahlreicher Vereinigungen, Organisationen und Stiftungen, darunter der indischen Author's Guild, des ICCR, der Auroville Foundation, des indischen Board of Wildlife, u.v.a.
Zurzeit ist Karan Singh Vorsitzender des AICC Foreign Department.
1956 heiratete er Prinzessin Princess Yasho Rajya Lakshmi (1937-2009), die Enkelin des Maharajas Sir Mohan Shamsher Jang Bahadur Rana, dem letzten Premierminister Nepals der Rana-Dynastie.
Edgar Mitchell - Ein Blick aus dem All
Menschen, die wie ich das Privileg gehabt haben, unseren Planeten aus weiter, weiter Ferne zu betrachten, sind mit einer ganz unverhofften Gabe auf die Erde zurückgekehrt: einem neuen und freudigen Gefühl der Liebe für unsere Heimat, diesen kleinen blauen Planeten, der sich in der Umlaufbahn um einen Stern befindet, einen Stern von Millionen von Sternen, und das alleine in unserer Galaxis.
Dieses Gefühl stammt meiner Meinung nach aus der persönlichen Betrachtung vom "großen Bild" des Kosmos und vom Raum, den wir darin einnehmen. Wenn man seinen Blick so weit zum Himmel hebt, entsteht ganz natürlich der Wunsch, unser kleines "Nest" zu hegen und vor dem Missbrauch zu schützen, den die moderne Zivilisation auf einmal mit dem Planeten betreibt.
Wenden wir unseren Blick einmal für einen Augenblick von all den wundervollen Entdeckungen des vergangenen Jahrhunderts ab, die die Gesundheit, das Leben und das Wohlbefinden verbessert haben, und betrachten wir einen Moment einige andere, überraschende Änderungen, die in den letzten 150 Jahren auf der Erde stattgefunden haben: a) Das Transportsystem hat sich von Karren, die von Tieren gezogen wurden, zu Eisenbahn, Autos, Fluglinien und schließlich Weltraumflügen weiterentwickelt, mit denen wir uns von der Erde gelöst und sogar den Mond erreicht haben. b) Die durchschnittliche Lebenserwartung ist dank der Fortschritte, die in der Medizin gemacht worden sind, um mindestens 50% gestiegen. Die Weltbevölkerung hat sich deshalb verdreifacht und ist von ca. zwei Milliarden Personen im Jahr 1900 auf heute über sechs Milliarden Personen angestiegen. Genauere Schätzungen zeigen aber leider, dass die erschöpfbaren natürlichen Ressourcen unseres Planeten nur den Verbrauch (erhöht durch den Lebensstil in den Industrieländern) von gerade eben zwei Milliarden Menschen decken können. Es versteht sich von selbst, dass es so nicht weitergehen kann! Davon hängt das Überleben unserer Art ab.
Wir Menschen haben im Laufe von Tausenden von Jahren kulturelle Verhaltensmodelle und Gesellschaftsstrukturen entwickelt, in deren Mittelpunkt die Vorstellung steht, dass Glück und persönliche Zufriedenheit nur im hektischen Anhäufen von materiellen Gütern zu finden sind, zu denen politische und gesellschaftliche Macht kommen. Sicher, in jeder Epoche hat es asketische Gruppen gegeben, die von dieser materialistischen Vision Abstand genommen haben. Und obwohl diese Gruppe nur eine kleine Minderheit der gesamten Menschheit darstellt, können wir vielleicht etwas von ihnen lernen, von ihrer Ansicht zur Einfachheit und zum Glück.
In dieser modernen Zeit, in der die Ressourcen der Erde unzureichend erscheinen, um den verschwenderischen und maßlosen Überfluss zu decken, nach dem der Großteil der Menschen strebt, und in der in der Gier und dem Egoismus die Hauptursachen für den jüngsten Zusammenbruch der Weltwirtschaft zu suchen sind, müssen wir in uns gehen und uns fragen, welche alternativen Verhaltensmuster uns zur Verfügung stehen und wie diese tatsächliche aktiviert werden können.
In vielen Kulturen der Welt finden sich Spuren einer Geschichte, geprägt von Transzendenz und persönlicher Verwandlung, die durch das Streben nach dem Gemeingut erreicht werden und die immer mit einer Freude und einem Glücksgefühl in Verbindung gebracht werden, die weit über das Gewöhnliche hinaus gehen. Um einen derartigen Zustand zu beschreiben, lassen sich Begriffe wie Metanoia, Samadhi und Satori verwenden.
In dieser Zeit, in der die Gesellschaft aufgrund des Mangels an grundlegenden Ressourcen und den maßlosen Verbrauch zusammenzubrechen droht, bleibt uns nichts anderes mehr übrig, als ein neues Verhaltensmuster in Erwägung zu ziehen, das auf dem Gefühl der Einheit und des Respekts für die Mitmenschen beruht. Eine derartige Verwandlung ist jede notwendige Anstrengung wert.
Ich bin der Ansicht, dass der nächste Schritt in unserer Evolution der ist, der von der Wahl und der Entdeckung der persönlichen Erfüllung durch ein altruistisches Verhalten bestimmt wird. Die Einheit der Lebewesen wird auf den tiefsten Ebenen der Kosmologie anerkannt. Diese Einheit setzt das Begreifen voraus, dass wir alle auf diesem Planeten entweder das Problem gemeinsam lösen oder aber gemeinsam sterben.
Die Änderung ist keine Wende, die sich leicht von oben nach unten auferlegen lässt, sondern muss in jedem von uns stattfinden, damit wir ihren wahren Wert erkennen, und setzt damit ein Umdenken bei jedem einzelnen von uns voraus.
Edgar Mitchell
Kurze Biographie
Amerikanischer Pilot und Astronaut, geboren in Hereford, Texas, am 17. September 1930. 1952 Abschluss als Bachelor of Science für Industriemanagement am Carnegie Institute of Technology. Verpflichtet sich im Jahr darauf bei der amerikanischen Marine (US Navy). Ausbildung als Pilot für Erkundungsflüge und 1958 Übernahme von Aufträgen im Forschungsbereich. Während der Dienstzeit bei der US Navy Abschluss als Bachelor of Science für Luft- und Raumfahrttechnik an der U.S. Naval Postgraduate School und Promotion zum Doktor für Luft- und Raumfahrttechnik am MIT-Massachusetts Institute of Technology.
Am 4. April 1966 wird er von der NASA für die fünfte Astronautengruppe ausgewählt. Nachdem er Ersatzpilot für die Landefähre von Apollo 10 war, wurde er Pilot der Landefähre Apollo 14, das dritte Mondlandeunternehmen, bei dem Menschen den Mond betraten. Mit den Ausstiegen im Gebiet der Fra Mauro Highlands wurde er zur sechsten Person in der Geschichte der Menschheit, die den Mond betreten hat. Zusammen mit Alan Shepard, dem Kommandanten von Apollo 14, hält er mit 9 Stunden und 17 Minuten den Rekord für den längsten Ausstieg auf dem Mond. Mitchell blieb bis zu seinem Ausscheiden 1972 bei der NASA. Einige Fotos der Mission Apollo 14 wurden für den Vorspann der Fernsehserie "Raumschiff Enterprise" verwendet. Mitchell selbst wurde in der Miniserie von 1988 "From the Earth to the Moon" von Gary Cole dargestellt und ist einer der Astronauten, die im Dokumentarfilm "In the Shadow of the Moon" verewigt wurden.
Edgar Mitchell wurde der Ehrendoktortitel von der New Mexico State University, der University of Akron, der Carnegie Mellon University und der Embry-Riddle Aeronautical University verliehen. Er ist Autor zahlreicher Artikel, Abhandlungen und von zwei Büchern: Psychic Exploration: A Challenge for Science (1974-G. Putnam & Sons) und The Way of the Explorer: An Apollo Astronaut's Journey Through the Material and Mystical Worlds (1996-2008, G. Putnam & Sons).
Er ist Mitglied vom Advisory Board Chairman des Institute for Cooperation in Space, das er zusammen mit Carol Rosin gegründet hat, sowie Mitglied von INREES. Mitchell ist einer der wichtigsten Unterstützer der Campaign for the Establishment of a United Nations Parliamentary Assembly, die einen ersten Schritt zu einem "globalen Parlament" darstellen könnte.
Vandana Shiva- From oil to soil
Als ersten Schritt sollten wir die Krise anerkennen. Und ebenso anerkennen, dass es sich um eine derart schlimme Krise handelt, dass man den Umgang mit ihr nicht allein, so wie bisher, den wenigen Nichtregierungsorganisationen und Zentralregierungen überlassen kann.
Natürlich gibt es Anzeichen für Veränderungen! Anzeichen für Veränderungen und Weiterentwicklung kommen sogar aus Nordamerika, aus dem Land, in dem der Konsumismus das einzige Lebensmodell darstellte und in dem Präsident Bush 1992 bei einem Gipfeltreffen sprach: “Über unseren Lifestyle wird nicht verhandelt”.
Dennoch folgen leider aber nicht Alle dieser Veränderung in Richtung eines nachhaltigen und fairen Gleichgewichts. Wir befinden uns leider auch in einer Zeit, in der beispielsweise das weltweite Agrobusiness oder die multinationalen Konzerne wie die Monsanto versuchen, die Krise zu ihrem eigenen Profit auszunutzen und ihre Machtstellung auszuweiten, um die weltweite Lebensmittelversorgung kontrollieren zu können.
Das wahre Problem der heutigen Krise ist die weitverbreitete, fälschliche Meinung der Öffentlichkeit, sowieso nicht tun zu können bzw. dazu nicht die erforderlichen Fähigkeiten oder das nötige Wissen zu besitzen. Die Menschen haben die Möglichkeit zur Veränderung. Das hat uns die Geschichte jedesmal gelehrt, wenn es zu Situationen großer Verzweiflung und Zerstörung kam. Und eben in diesem Wissen um die Kapazität des Menschen liegt die Revolution begründet, die angegangen werden muss, wir müssen uns bewusst machen, dass wir alle Veränderungen bewirken und Entscheidungen treffen können. Klar, Anstrengung ist dabei gefragt, denn ohne Bemühen kann man nichts erreichen; Faulheit und Passivität führen zu nichts Gutem.
Wir müssen unsere Freiheit und unsere Entscheidungen verteidigen. Es ist unsere Pflicht, für uns selbst und die kommenden Generationen. Dabei ist jeder Schritt in dieser Hinsicht außerordentlich bedeutend, da die jungen Generationen ihr Verhalten und ihr Handeln nach dem ausrichten, was sie von uns erben. Jeder kreative Schritt in Richtung Wohlergehen, den wir der Jugend z.B. anhand von schulischen Programmen bieten oder in dem wir sie durch Landwirtschaftsbetriebe führen, dient als Unterstützung zur Verteidigung und Gewährleistung ihres und unseres Wohlergehens.
Die Umweltkrise hat größere Ausmaße als gemeinhin angenommen. Millionen Personen verlieren bereits ihr Leben, ihre Häuser und werden wegen der Klimaveränderungen zu sogenannten Umweltflüchtlingen. Die Zerstörung der biologischen Vielfalt der Wasserläufe in Indien ist so weit fortgeschritten, dass mein Buch Water Wars (Feltrinelli, 2004) aus dem Jahre 2002 heute den tatsächlichen Zustand auch in vielen anderen Ländern beschreibt. Heute ist die Überwindung des zügellosen Konsumismus, der unseren Planeten wirklich teuer zu stehen kommt, für alle Bürger zu einem ökologischen Imperativ geworden.
Wir müssen uns ändern, um dem Artensterben Einhalt zu gebieten. Wir müssen uns ändern und zu einer Senkung des Ressourcenverbrauchs fortentwickeln und gleichzeitig die menschliche Kreativität in Bezug auf Landwirtschaft, Handwerk und weitere damit verbundene Tätigkeiten ankurbeln. Das Zusammentreffen der wirtschaftlichen und ökologischen Krise stellt für jeden von uns sicherlich eine Gelegenheit dar, sich persönlich an der Schaffung neuer Produktions- und Verbrauchssysteme zu beteiligen. Ich denke da beispielsweise an den Tauschhandel, der gemeinhin als typische Geschäftsform einer primitiven Gesellschaft gilt, und heute in kreativer Form Überlebenschancen bieten kann, indem wir jemandem unser Wissen zur Verfügung stellen und dafür Produkte als Gegenleistung nehmen.
Wir alle haben es in diesem Krisenzustand nötig, uns zu einem nüchterneren Lebensstil hin zu orientieren, der die Umwelt weniger belastet und eine tiefere Bedeutung hat. All das ist möglich.
Kurze Biographie
Physikerin, Wirtschaftswissenschaftlerin, politische Aktivistin und Umweltschützerin, hat 1993 den Alternativen Friedensnobelpreis gewonnen und ist Leiterin der Research Foundation for Science, Technology and Natural Resource Policy in Dehra Dun in Indien. Ihr Forschungsinstitut setzt sich mit den bedeutendsten gesellschaftsökologischen Themen unserer Zeit auseinander und arbeitet eng mit der lokalen Gemeinschaft und Bürgerrechtsbewegungen zusammen.
Vandana Shiva gehört zu einer weitreichenden Bewegung, die in Asien, Afrika und Lateinamerika eine kritische Haltung gegenüber der Entwicklungshilfepolitik einnimmt, die derzeit von internationalen Organisationen geleistet wird, und sich für neue Wege des wirtschaftlichen Wachstums einsetzt, die die Kultur der lokalen Gemeinschaften respektieren und auf den Werten von Lebensmodellen aufbauen, die sich von der Marktwirtschaft unterscheiden.
Die Wissenschaftlerin weist auf die verheerenden Folgen hin, die die so genannte "Entwicklung" der Dritten Welt beschert hat.
Die Entwicklung, oder besser gesagt die "Fehlentwicklung", wie sie es definiert, bedrohe das Überleben des Planeten und seiner Bewohner, statt grundlegende Bedürfnisse zu erfüllen. Vandana Shiva ist Autorin zahlreicher Sachbücher.
- Leben ohne Erdöl: Eine Wirtschaft von unten gegen die Krise von oben (Rotpunktverlag, 2009)
- Erd-Demokratie: Alternativen zur neoliberalen Globalisierung (Rotpunktverlag 2006)
- Der Kampf um das blaue Gold: Ursachen und Folgen der Wasserverknappung (Rotpunktverlag 2005)
- Geraubte Ernte: Biodiversität und Ernährungspolitik (Rotpunktverlag 2004)
- Biopiraterie: Kolonialismus des 21. Jahrhunderts (Unrast 2002).
- Biodiversität - Plädoyer für eine nachhaltige Entwicklung (Haupt 2001)
Bija Vidyapeeth International College for Sustainable Living Navdanya.org
Peter Russell - Der Weckruf
Das antike chinesische Schriftzeichen Wei-chi für "Krise" setzt sich aus zwei Elementen zusammen, und zwar Gefahr und Gelegenheit. Die Gefahr besteht darin, dass sich eine Katastrophe anbahnt, wenn weiterhin Ansätze verfolgt werden, die nicht länger funktionieren. Die Gelegenheit dagegen besteht darin, dass sich neue und unvorhersehbare Möglichkeiten auftun, wenn wir alte Verhaltensmodelle ablegen und eine neue Lebensweise finden.
Die vielen globalen Krisen, denen wir uns gegenübersehen, sind symptomatisch für ein Wertesystem und Denkweisen, die nicht länger funktionieren. Unsere Instrumente und Technologien haben uns zu einer nie dagewesenen Kontrolle über die Welt um uns herum verholfen. Und so haben wir uns vorgaukeln lassen, dass der Zweck menschlicher Erfüllung darin liegt, die Welt zu verändern, immer mehr zu produzieren und so immer mehr Müll zu erzeugen. Es liegt auf der Hand, dass das nicht mehr funktionieren kann. Die Ausbeutung der Ressourcen und die massive Verschmutzung von Meer, Boden und Atmosphäre stellen eine ernste Gefahr für die menschliche Zivilisation dar, wenn nicht sogar für die Menschheit selbst.
Dieser Ansatz funktioniert selbst auf individuellem Niveau nicht länger. Trotz allem Überfluss, von dem wir umgeben sind, sind wir nicht glücklicher als die Menschen es vor fünfzig Jahren waren. Das Bedürfnis, die Kontrolle über die Ereignisse zu haben, führt zu Gier, Sorge und Angst, Seelenzustände, die uns vom Frieden und der Zufriedenheit entfernen, die wir uns in Wirklichkeit wünschen.
In der Vergangenheit ist es verschiedenen Personen gelungen, die Illusion zu durchschauen, dass Erfüllung nur durch Besitz und Konsum erreicht werden kann. Diese Menschen können wir als weise, befreit und erleuchtet bezeichnen. Es sind Menschen, die einen tieferen Sinn im Leben entdeckt haben, eine innere Freude, die nicht von den äußeren Umständen abhängt, und ein Mitgefühl, das sie dazu bewegt, sich um andere Lebewesen zu kümmern. Menschen, die häufig als Heilige verehrt werden, auch wenn sie eigentlich nichts Besonderes sind, abgesehen von der Tatsache, dass sie aus einem Traum erwacht sind, in dem die meisten von uns leben. Sie halten den Schlüssel für die Zukunft in der Hand. Für eine Welt, in der wir zusammen leben können, ohne unsinnige Ängste und in Harmonie mit unserer Umgebung.
Die Krisen drängen uns dazu, umzudenken, sie rufen uns auf, uns an einem kollektiven Erwachen zu beteiligen und eine Welt zu schaffen, in der Weisheit und Mitgefühl regieren statt Angst und Gier. Es ist an der Zeit, aufzuwachen. Die Gefahr ist zu groß, um ein Risiko einzugehen. Die Gelegenheit ist zu gut, um sie sich entgehen zu lassen.
Peter Russelll
Kurze Biographie
Peter Russell ist Mitglied vom Institute of Noetic Sciences, der World Business Academy und der Findhorn Stiftung, sowie Ehrenmitglied vom Club of Budapest.
Er hat an der Cambridge University Mathematik und theoretische Physik studiert. Von Anfang an haben ihn die Geheimnisse des menschlichen Geistes fasziniert, weshalb er sich mit der experimentellen Psychologie befasste. Um diese Interessen zu vertiefen, hat er Reisen nach Indien unternommen, auf denen er Meditation und orientalische Philosophien studierte. Nach seiner Rückkehr hat er die erste Forschungsstelle überhaupt für "Meditationspsychologie" in Großbritannien erhalten.
Russell hat einen Master in Computerwissenschaften. Mit seinen Arbeiten über die drei Dimensionen hat er dem Aufkommen der virtuellen Realität um fast zwanzig Jahre vorgegriffen.
Mitte der siebziger Jahre leitete Peter Russell zusammen mit Tony Buzan Lehrveranstaltungen für "Mind Maps" und Lernmethoden für zahlreiche internationale Organisationen und Schulen.
Damals entwickelte er Programme für Unternehmen mit Schwerpunkt auf Persönlichkeitsentwicklung, Kreativität, Stressbewältigung und umweltfreundlichen Verfahren. Zu seinen Kunden zählen unter anderem IBM, Apple, Digital, American Express, Barclays Bank, Swedish Telecom, ICI, Shell Oil und British Petroleum.
Sein Hauptinteresse gilt heute der tiefen und spirituellen Bedeutung der heutigen Zeit. Er hat verschiedene Bücher zu diesem Thema veröffentlicht, darunter The TM Technique, The Upanishads, The Brain Book, The Global Brain Awakens, The Creative Manager, The Consciousness Revolution, Waking Up in Time und From Science to God.
Als einer der revolutionärsten Futuristen ist Peter Russell als Hauptredner auf zahlreichen internationalen Konferenzen in Europa, Japan und den USA aufgetreten. Seine Filme The Global Brain und The White Hole in Time haben weltweit zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten. 1993 wurde Peter Russell vom Umweltmagazin Buzzworm zum "Außerordentlichen Ökophilosphen" des Jahres gewählt.
Tomoyo Nonaka - Warum die Welt "Verrücktheit" braucht
In meinem kleinen Garten krabbeln zahllose Ameisen geschäftig hierhin und dorthin in dem Glauben, dass der Garten ihre Welt ist. Wenn ich ihnen sage würde, dass sich das Land auch hinter dem Garten erstreckt und rund wie ein Ball ist, würden sie mir sicher antworten "Lass gut sein, wir haben genug damit zu tun, Nahrung zu suchen, und keine Zeit für Verrücktheiten!"
Da frage ich mich doch, wie sehr wir uns aus kosmischer Sicht von den Ameisen in meinem Garten unterscheiden.
Gibt es wirklich jemand, der tatsächlich glaubt, dass sich der Boden unter unseren Füßen mit einer Geschwindigkeit von 1600 km pro Stunde dreht? Gibt es wirklich jemanden, der tatsächlich glaubt, dass wir in ein paar Jahren einen 'Point of no return' erreichen werden?
Leider ist es sehr schwer für die meisten Menschen, an etwas zu glauben, das sie nicht sehen können, auch wenn es der Wahrheit entspricht. Und es ist noch schwieriger für sie, etwas zu unternehmen, wenn sie nicht fest von der Notwendigkeit dazu überzeugt sind. Das gleiche gilt für die Welt der Wirtschaft. Die meisten Geschäftleute sind der Ansicht, dass Erfolg von kurzfristige Ergebnissen abhängt, die sich sofort in Verdienst umsetzen lassen.
Vor vier Jahren, als führende Unternehmen weltweit noch kein ernsthaftes Interesse am Klimawandel und seinen Folgen zeigten, wurde ich Vorstandsvorsitzende eines der größten Konzerne für Elektrogeräte weltweit.
Ich schuf mit 'Think Gaia' eine neue Vision für das Unternehmen und richtete die Zielsetzung des Unternehmens auf die Entwicklung und Herstellung von Produkten aus, die zur Lösung der Umweltprobleme beitragen und unseren Kindern unseren wundervollen Planeten in einem guten Zustand hinterlassen. Ich wurde Zeuge dramatischer Änderungen und Entwicklungen im Unternehmen, angefangen bei einem neuen Bewusstsein bei der Belegschaft, angeführt von Ingenieuren und Designern, das sich rasch in vielen Geschäftszweigen und Abteilungen ausbreitete. Dabei musste ich ständig gegen das Management und die Finanzberater und Investoren kämpfen, die an ihrer Meinung festhielten, dass Geld und kurzfristige Gewinne die einzigen Maßstäbe für den Erfolg und damit wichtiger als eine Vision und eine Mission sind, um die Gesellschaft und unsere Zukunftschancen zu verbessern.
In meinen zwei Jahren als Vorstandsvorsitzende ist es uns gelungen, mehr als 10 Produkte einzuführen, bei denen es sich um Industrie- oder Weltneuheiten handelte. Dazu waren keine zusätzlichen großen Investitionen in die Forschung und Entwicklung erforderlich. Was nötig war, waren in erster Linie Angestellte, die sich durch ein neues Bewusstsein auszeichnen und die den Sinn der Mission teilen, Menschen, die den Willen und das Vergnügen haben, eine Arbeit zu tun, die gut für die Gesellschaft ist. Diese Veränderungen ermöglichten die Strategie, neue Produkte zu entwickeln und herzustellen, die auf der bekannten und verfügbaren Technologie beruhen, sowie neue Technologien zu entwickeln.
Ende 2008 hat die globale Finanzkrise die Menschen weltweit in eine schwierige Situation gebracht, auch die Menschen in den Entwicklungsländern, die eigentlich gar nichts mit der Krise zu tun hatte. Geschäftsentscheidungen und ein Verhalten, die auf dem Grundsatz 'Geld ist alles' und 'Erfolg lässt sich nur mit Geld messen' beruhten, haben sich nicht nur als von Grund auf falsch erwiesen, sondern fügen unserer Gesellschaft und unserem Planeten ernsthafte Schäden zu.
Geldkapitalismus ist der Teufel. Kehren wir also alle zurück, den Boden mit einfachsten Werkzeugen zu bearbeiten? Oder gehen wir direkt von der Wall Street nach Woodstock?
Was hat wirklich Bedeutung für den Wandel unserer Welt? Ich denke, dass die Veränderung in jedem einzelnen von uns beginnen muss. Wir alle müssen darüber nachdenken, wie sich unser Leben und unser Daseinszweck ändern sollte und kann und was nötig ist, um diesen Wandel in der eigenen Lebenssituation herbeizuführen. Und dann müssen wir diese Erkenntnis und dieses Wissen teilen, sodass wir alle gemeinsam auf das gleiche Ziel hinarbeiten können.
Es ist höchste Zeit etwas zu unternehmen, um die ÄNDERUNG DER WELT einzuleiten.
Ich möchte noch darauf hinweisen, dass 'verrückt' auf Japanisch 'kosmische Fähigkeit' bedeutet. Vielleicht, weil wir ein wenig verrückt sein müssen, um in der Lage zu sein, die Probleme der Welt zu lösen. Wie Einstein schon sagte, 'Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind'.
Kurzbiographie
Ab 1979 war Frau Nonaka Nachrichtensprecherin und Hauptmoderatorin für den nationalen japanischen Fernsehsender NHK. Zu ihren wichtigsten Sendungen zählen die 'Wochenschau', 'Sport und Nachrichten', 'Sportschau am Sonntag' und weitere Sendungen. Von 1993 bis 1997 war sie Hauptmoderatorin für die beliebte Wirtschaftssendung 'Weltwirtschaftssatellit' beim Fernsehsender in Tokyo. Neben ihrer Tätigkeit als Journalistin war Frau Nonaka außerdem in vielen Regierungsausschüssen aktiv, unter anderem für die japanischen Behörden, das Finanzministerium, das Bildungsministerium und das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie. Sie machte an der Sophia University ihren Abschluss in Journalismus und studierte dann Fotojournalismus an der University of Missouri in Columbia (USA). Daneben war sie als Beraterin und Vorstandsmitglied für bedeutende japanische Unternehmen tätig, wie Asahi Breweries, Sumitomo Corporation, NTT Docomo, Nikko Citigroup und and Unisys Japan.
2002 wurde sie zur Vorstandsvorsitzenden von Sanyo Electric. berufen und wurde dann 2005 CEO des Konzerns. Sie nutzte ihre Position, um eine neue Unternehmensvision mit der Bezeichnung 'Think Gaia' zu gründen, und begann damit, viele Geschäftszweige des Konzerns mit der Zielsetzung neu zu organisieren, Sanyo mit seiner Technologie zum führenden Unternehmen zur Lösung von Umweltproblemen zu machen. Sie erstellte einen Dreijahresplan, der eine Sanierung des Konzerns durch eine Neuausrichtung der Geschäftsbereiche und eine Stärkung der finanziellen Strukturierung und Bedingungen des Konzerns vorsah.
Innerhalb kurzer Zeit führte Sanyo über zehn neue Think Gaia (TG) Produkte und folgende vier "Weltneuheiten" auf dem Markt ein:
1) Eneloop Akkus: Batterien, die bis zu tausend Mal wiederaufgeladen werden können.
2) Aqua: Waschmaschine und Trockner, die den Wasserverbrauch in einem Waschgang von 200 Litern auf 8 Liter reduziert. Dazu wird das Brauchwasser gereinigt und der Trockenwaschgang mit Luft durch die Ozontechnologie möglich gemacht.
3) Enegreen: Ein innovativer Weg, um den Energieverbrauch von Klimaanlagen, Kühlschränken und Kühltheke in Läden und Supermärkten zu verringern. Enegreen absorbiert so viel CO2 wie ein Wald mit einer Fläche, die 130 Mal größer ist als die Ladenfläche.
4) Virus-Washer: Ein Luftreiniger, der bis zu 99 Prozent der in der Luft befindlichen Viren beseitigt, einschließlich dem Virus der Vogelgrippe. Die Technologie macht es möglich, dass das Gerät durch Elektrolyse von normalem Leitungswasser funktioniert.
Die 'Gaia Initiative' ist eine gemeinnützige Organisation, die 2007 gegründet wurde, um nicht nur das Unternehmen Sanyo, sondern auch weitere Interessenvertreter (Firmen, Bürger, Regierung und NGO/NPO) dazu aufzufordern, die Umweltprobleme der Welt (Gaia) zu lösen.
Im Mai 2008 stimmte die NPO Gaia Initiative von Nonaka einer Zusammenarbeit mit dem The Energy and Resources Institute (TERI) in Indien zu, wo Dr. Rajendra Pachauri tätig ist, Präsident vom IPCC und 2007 Nobelpreisträger.
José Argüelles - Noosphere and Mass Awakening – Preparing for the WorldShift
Erleuchtung erlangt man durch das Wissen, dass sich der Geist verwirrt, weil er seine Verbindung zur Natur verloren hat... Glaube an die Wahrheit und bewahre deinen dir innewohnenden Geist." Chan Master Hongren, Treatise on the Supreme Vehicle
Die aktuelle weltweite Krise mit all ihren zahllosen Aspekten ist letztendlich eine Krise des menschlichen Bewusstseins und Geistes. Von allen Kreaturen auf der Erde hat nur der Mensch den Kontakt zur Natur verloren und lebt außerhalb der natürlichen Ordnung. Damit hat er auf eine tiefgreifende und selbstzerstörerische Weise auch den Kontakt zu sich selbst verloren. Wie konnte es dazu kommen?
Zwar haben viele Gründe zur Entfremdung des Menschen von der Natur beigetragen, ein leicht verständlicher und gut zu beobachtender Faktor aber hat dazu geführt, dass sich die Menschheit unbewusst nicht nur der Natur entfremdet, sondern sich jeden Tag weiter und weiter, schneller und schneller von ihr entfernt hat, nämlich das Selbstprogrammierungssystem mit dem Namen künstliche, mechanische Zeit.
Tatsache ist, dass das übrige Leben auf der Erde, das gemeinhin unter dem Begriff Biosphäre zusammengefasst wird, im Rhythmus der natürlichen Zeit lebt. Nur der Mensch alleine lebt nach seinen selbst erschaffenen Zeitstandards. Schuld an dieser Wahrnehmungsstörung ist die Mechanisierung der Zeit, die vor etwa 400 Jahren stattgefunden hat. Sie beherrscht heute jeden Aspekt der modernen Zivilisation und trägt einen großen Anteil der Schuld an der Globalisierungskrise und der Erderwärmung. Doch wie sehr sich die Menschheit auch in ihrer künstlichen Seifenblase der Globalisierung isoliert hat, sie ist und bleibt dennoch Teil der Biosphäre.
Die Einführung der mechanisierten Zeit in die Biosphäre führte zur Schaffung einer industrialisierten, von Maschinen angetriebenen Gesellschaftsordnung, vorangetrieben von dem, was Lewis Mumford als die mächtigste Droge der Menschheit bezeichnet: Geld. Und indem wir dem Moloch Maschine ständig neue Nahrung zugeführt haben, haben wir die Philosophie der modernen Welt geschaffen, die auf dem Motto "Zeit ist Geld" beruht. Innerhalb einiger Jahrhunderte wurde die Biosphäre von der verrückt gewordenen Art völlig auf den Kopf gestellt. In dem Bestreben, Profite auf Kosten der Ressourcen der Erde zu erwirtschaften, hat die Menschheit als Nebenprodukt eine fantastische, künstliche, planetare Superstruktur geschaffen, die so genannte Technosphäre.
Trotz unserer Bemühungen, den Earth Day zu beachten und "grüne Technologien" zu entwickeln, leben wir heute alle in einer Technosphäre, die die Biosphäre zu ihrem Gefangenen gemacht hat und gierig verschlingt. In der Technosphäre gibt es ein Endstadium, die so genannte Cybersphäre, eine virtuelle Noosphäre, in der die Menschheit zu einem planetaren Organismus verschmolzen ist und in deren Mittelpunkt der elektronische Turm von Babel steht, die Massenverwirrung des Geistes in seiner extremsten Entfremdung von der Natur.
Betrachtet man die Situation aus der Perspektive des Gesetzes der Zeit, dann handelt es sich bei dem "Mensch-Umwelt-Chaos", das durch die selbsthypnotisierende Wirkung der künstlichen Zeit bedingt ist, um den Übergang von der Biosphäre zur Noosphäre. Dieser Übergang ist durch das exponentielle Anwachsen von Mechanisierung, Industrialisierung, Bevölkerung, Giftmüll, Umweltverschmutzung, das Aussterben von Arten, gesellschaftliche Unruhen und das als Erderwärmung zusammengefasste Phänomen charakterisiert. Wir befinden uns genau jetzt auf dem Höhepunkt des sich zuspitzenden Übergangs, dessen Stichtag der 21. Dezember 2012 ist.
Aus der Sicht des Gesetzes der Zeit bereitet uns diese noch nie dagewesene Veränderung darauf vor, gemeinsam eine neue geologische zu Ära erleben, die Noosphäre. Was gerade mit uns passiert, ist ein Evolutionssprung, der sich absolut nicht vermeiden lässt. Die kosmische Entwicklung ist eine Kraft, der wir nichts entgegen zu setzen haben. Und diese kosmische Entwicklung führt uns, die gesamte Heliosphäre und die Galaxis in einen anderen Realitätszustand, was letztendlich nur gut enden kann, denn wahre Evolution ist geistiger und spiritueller Natur. Die Frage, mit der wir uns ernsthaft auseinandersetzen müssen ist: Wie wollen wir mit dieser unvermeidlichen Veränderung umgehen?
Auch wenn es den Anschein hat, als würden sich immer mehr Menschen bewusst werden, dass der Stichtag für diesen Evolutionssprung der 21. Dezember 2012 ist, ist der Großteil der Menschheit weiterhin damit beschäftigt, nach Verhaltensmustern zu leben, die einer Sackgasse in einem tödlichen Kampf gleichkommen. Wenn die Noosphäre die geistige Sphäre des gesamten Planeten ist, werden wir dann nicht alle Teil dieses Planeten umspannenden Geistes? Wie sollte das möglich sein angesichts des Schleiers der Ignoranz, der heute alles bedeckt? Kann es zu einem Erwachen der Massen in Erwartung der Noosphäre kommen?
Der Schlüssel zur Lösung sind Erziehung, die Kenntnis der Ursache für das immer schneller werdende künstliche Zeitprogramm und die Einsicht in die Natur des menschlichen Geistes. Wie gesagt, der menschliche Geist hat mit seinen Maschinen die Geologie der Erde tiefgreifend verändert. Auch wenn sich die Menschheit bisher dessen nicht bewusst war. Die Noosphäre stellt hierbei den Wandel vom kosmischen Unbewussten zum kosmischen Bewusstsein dar. In dieser bewussten Phase der Noosphäre wird unser Einfluss positiv und konstruktiv sein und uns selbst und die Umwelt so verwandeln, dass sie das Überbewusstsein widerspiegelt, eine übergeistige Phase der kosmischen Evolution.
Aus Sicht des Planeten können wir sagen, dass der unerleuchtete Geist die Krise geschaffen hat und in ihr verhaftet bleibt, der erleuchtete Geist dagegen die Lösung darstellt. Der erleuchtete Geist ist die Noosphäre. Wenn der Zustand der Verwirrung durch künstliche Zeitprogramme ausgelöst wurde, dann stellt der Zustand der Erleuchtung die Rückkehr zu einem harmonischen Leben dar, im Gleichklang mit den natürlichen Zyklen der universellen Ordnung.
Wenn wir durch die Wiederherstellung unserer Verbindung mit der natürlichen Ordnung zur Erleuchtung gelangen können, dann ist das Wissen, dass die Menschheit ihren Bezug zur Natur verloren hat, weil sie der künstlichen Zeitfrequenz (12:60) gefolgt ist, für sich alleine betrachtet bereits eine große Erleuchtung. Die natürliche Ordnung der Wirklichkeit ist nichts anderes als der wahre Geist. Wenn diese Wahrnehmung den Massen nahegebracht werden kann, dann wird es auch zu einem Erwachen der Massen kommen.
Wenn man so über die Noosphäre denkt, dann ist eins sicher: Die Zivilisation, wie wir sie kennen, kann nicht weiter bestehen. Die Ursache, die zum Untergang der bestehenden Weltordnung führt, wird vermutlich ein Koronaler Massenauswurf (CME) der Sonne sein, der die gesamte Elektronik zu Fall bringt. Informationen der NASA zur Folge wird dies 2012 eintreten, da für dieses Jahr ein massiver Sonnenflare vorhergesagt wird, der vermutlich so starke Auswirkungen auf das elektromagnetische Feld der Erde haben wird, dass es Monate dauern wird, die Schäden zu reparieren. So ein Ausbruch würde das Ende der künstlichen Zeit und der damit verbundenen Technologie bedeuten und deshalb eine natürliche, wenn auch katastrophale Vorbereitung auf die Noosphäre liefern. Nur auf diese Weise wird der menschliche Geist die Möglichkeit haben, telepathisch mit dem elektromagnetischen Feld der Erde und mit der Sonne in Verbindung zu treten. Das ist der Kernpunkt des globalen Sprungs: die massive Änderung des menschlichen Bewusstseins. Das bedeutet, dass die Noosphäre als ein Feld kosmischer Harmonie umgesetzt und das menschliche Potential dafür eingesetzt würde, die Erde als ein Kunstwerk zu realisieren.
Angesichts des sehr wahrscheinlichen Szenariums "Der Tag, an dem die Erde stillstand" ist eine Erziehung, die den Schwerpunkt auf die Natur und das Kommen der Noosphäre setzt, eine ethische Pflicht. Dieser Erziehungsprozess sollte selbstverständlich auch Anweisungen für das Überleben als Teil der Vorbereitung auf das Erwachen der Massen bieten, das weiterhin das Ziel bleibt.
Die Noosphäre ist das unvermeidliche Ziel, das die Kräfte vereinen kann, die heute noch in unterschiedliche Richtungen wirken. Das First Noosphere World Forum: Envisioning Earth as Work of Art. (www.noospherecongress.org) hat sich zur Aufgabe gemacht, dieses Ziel dadurch zu erreichen, die Welt aus dem Chaos zurück in die Ordnung zu führen
Dieses Forum soll ebenso wie die Veranstaltungen und Projekte vom Club of Budapest zum WorldShift 2012 als Verbindungsglied für den Austausch und die Vereinigung zahlreicher Netzwerke und Websites dienen, die im Namen der Noosphäre zusammenfließen. Dabei darf man nicht vergessen, dass der Zweck vom Gesetz der Zeit darin besteht, das Unbewusste bewusst zu machen, und dass sich das Bewusstsein der Noosphäre durch die Teilnahme an diesen Veranstaltungen weiterentwickeln wird. Das von Pierre Teilhard de Chardin vorhergesagte leuchtende globale Netzwerk wird sich als die Genesis der Noosphäre erfüllen. Wenn die Menschheit eine große Anstrengung unternimmt, könnte der Erfolg der Initiativen vom Noosphere Forum und WorldShift 2012 sicherstellen, dass die Menschen in Massen durch den Omegapunkt am 21.12.20012, die harmonische Konvergenz 2012, ein neues Zeitalter betreten, in dem Zeit nicht länger Geld, sondern Kunst ist. Und wie die antiken Maya vorhergesagt haben, wird 2012 ein Zyklus enden und gleichzeitig eine neue geologische Ära der Erde beginnen, die Noosphäre.
Kurzbiographie
José Argüelles wurde als Sohn mexikanisch-amerikanischer Eltern am 24. Januar 1939 geboren. Argüelles ist ein weltbekannter Künstler und Anthropologe und Autor von mehr als 20 Büchern, die in verschiedene Sprachen übersetzt wurden, darunter die internationalen Bestseller "Der Maya-Faktor" (1997) und "Time and The Technosphere" (2002). 1969 machte er seinen Dr. Phil. an der Universität of Chicago in Kunstgeschichte und Ästhetik. Er unterrichtete an zahlreichen Universitäten, darunter der Princeton University, University of California, Davis und dem Naropa Institute.
Als einer der Initiatoren vom Earth Day Konzept gründete Argüelles 1970 das First Whole Earth Festival in Davis in Kalifornien, das mittlerweile bereits bei seiner 40. Veranstaltung angelangt ist. 1974 wurde er vom Staat Kalifornien für seinen Beitrag zur Kunst und Kultur des Staates geehrt. Er ist ein bekannter Maler und Künstler, der nicht nur zahlreiche Bücher illustriert, sondern auch Wandgemälde an verschiedenen Universitäten ausgeführt hat. Er ist Mitbegründer vom Planet Art Network (1983), das Kunst als das Fundament für den Weltfrieden fördert, und ließ den Nicholas Roerich Peace Pact und das Banner of Peace (1935) wieder aufleben. 2009 wurde er von der International Banner of Peace Society für die Roerich Friedensmedaille nominiert.
1987 veranstaltete Argüelles die größte weltweite Friedensmeditation, den Harmonic Convergence am 16. und 17. August 1987.
Er hat sein Leben dem Studium der Mathematik gewidmet, die dem Maya-Kalender zugrunde liegt, und machte 1989 die bahnbrechende Entdeckung des Zeitgesetzes. Seit 1992 unterstützt Argüelles das Day Out of Time Peace Through Culture Festival, das jedes Jahr am 25. Juli stattfindet und weltweit gefeiert wird. 1994 wurde er Mitbegründer vom World Thirteen Moon Calendar Change Peace Movement und entwickelte verschiedene Werkzeuge für die Erforschung von Zeitwissenschaft, Verstand und Bewusstsein. 2002 erhielt er eine Ehrung vom Ältestenrat der Ureinwohner in Teotihuacan in Mexico für seine Arbeit als Erneuerer von antikem Wissen. Während seiner Kampagne für den 13 Monde Kalenderwechsel hat Argüelles zahlreiche Konferenzen, Seminare und Workshops überall auf der Welt abgehalten, auf denen er sich für den universellen Frieden auf dem Planeten und eine tragbare Zukunft eingesetzt hat, darunter unter anderem das World Summit on Peace and Time (Costa Rica-1999) sowie der First and Second Planetary Congress of Biospheric Rights (Brasilia-Brazil, 1996 und 2006).
2000 gründete er die Foundation for the Law of Time, eine gemeinnützige Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, zum Verständnis vom Gesetz der Zeit im Zusammenhang mit dem Übergang zwischen Biosphäre und Noosphäre beizutragen. Derzeit ist er Direktor vom Ersten Noosphären-Weltforum und arbeitet außerdem mit seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern an den sieben Bänden der Cosmic History Chronicles.
Besteht ein möglicher Zusammenhang zwischen der Wirtschaftskrise, die sich im Herbst 2008 ereignet hat, und einer latenten Wertkrise? Ja. Es scheint mir ganz offensichtlich, dass die Leute wahren Werten immer weniger Bedeutung beimessen, und andererseits zu großen Wert auf Materielles legen. Das führt meiner Meinung nach dazu, dass immer mehr Leute beim Streben nach Glück versuchen, einfaches Geld zu machen. Die Konsequenz ist ein grundlegendes Ungleichgewicht: Einerseits Leute, die viel verdienen, andererseits Leute, die nichts verdienen. Ich denke, man kann all das in einer ganz einfachen Aussage zusammenfassen: Mangel an Moral.
Ich kann dabei nicht mit Sicherheit behaupten, ob ein Wechsel den Weg zum Glück bedeutet oder nicht. Ich bin allerdings zweifelsohne davon überzeugt, dass es in erster Linie darauf ankommt, die eigenen Aufgaben mit gutem Gewissen auszuführen. Derartige Grundsätze sind so aktuell und notwendig wie nie, und stehen nur scheinbar im Widerspruch zur vorherrschenden moralischen Tendenz. Denn als Quintessenz verstehen wir alle dasselbe unter Glück und Glückseligkeit: Eine eigene Stabilität zu finden und darüber nachzudenken.
Viele Leute gehen davon aus, dass die Leidenschaft für das, was wir tun, das Schwungrad ist, das uns den Antrieb zum Erreichen unserer Ziele verleiht. Ich glaube, dass noch viele weitere Elemente einen Beitrag zum Erreichen eines Ergebnisses leisten. Ich bin mir sicher, dass Leidenschaft allein nicht ausreicht, sondern dass auch Fleiß, Arbeit, Zielstrebigkeit und vor allem Talent erforderlich sind.
Ich werde häufig gefragt, ob Musik die Kraft hat, die Welt zu verändern und dementsprechend auch zu humanitären Zwecken eingesetzt werden kann. Sie ist sicherlich ein Instrument, eine Ausdrucksform und eine Gelegenheit, die auch vertrauensvoll ergriffen werden muss, aber Musik bewirkt keine Veränderungen. Sie kann sich positiv auf das Individuum, den Einzelnen, auswirken, mehr nicht. Früher glaubte ich, dass alle Kriege ein Ende haben könnten, wenn alle Menschen Musik spielten, aber heute bin ich davon nicht mehr überzeugt.
Brève biographie
Ennio Morricone wurde am 10. November 1928 in Rom geboren. Im Jahre 1946 absolviert er das Konservatorium im Fach Trompete, 1954 folgt, ebenfalls am Konservatorium, ein Abschluss im Fach Komposition. Im Jahre 1958 wird er von der italienischen Rundfunkanstalt Rai als musikalischer Assistent eingestellt, kündigt die Stelle aber bereits am ersten Arbeitstag.
Seine Karriere als Komponist von Filmmusiken beginnt 1961 mit Zwei in einem Stiefel (Il Federale) von Luciano Salce, zu Weltruhm jedoch gelangt er mit den Westernfilmen von Sergio Leone. Seit 1960 hat Morricone Musiken für mehr als 400 Filme geschrieben und dabei mit italienischen und internationalen Regisseuren zusammengearbeitet, darunter Sergio Leone, Gillo Pontecorvo, Pier Paolo Pasolini, Bernardo Bertolucci, Giuliano Montaldo, Lina Wertmuller, Giuseppe Tornatore, Brian De Palma, Roman Polanski, Warren Beatty, Adrian Lyne, Oliver Stone, Margarethe Von Trotta, Henry Verneuil, Pedro Almodovar und Roland Joffè. Zu seinen berühmtesten Filmen gehören: Die Schlacht um Algier; Sacco und Vanzetti; Cinema Paradiso; Die Legende vom Ozeanpianisten, Malena; The Untouchables, Es war einmal in Amerika; Mission; U-Turn.
Im Bereich der ‘Absoluten Musik’ hat er von 1946 bis heute etwa 100 Kompositionen verfasst. Ebenso trat Ennio Morricone weltweit als Orchesterdirigent auf. Am 2. Februar 2007 dirigierte Morricone das Orchester Roma Sinfonietta in einem bedeutenden Konzert vor der Nationalversammlung der Vereinten Nationen anlässlich der Feierlichkeiten zum Amtseintritt des neuen Generalsekretärs der ONU Banki Moon.
Einige Preise: 8 Nastri D’Argento (Silbernes Band), 5 Bafta, 5 Oscarnominierungen, 7 David Di Donatello, 3 Golden Globe, 1 Grammy Award, 1 European Film Award, sowie einen Goldenen Löwen (Leone D’Oro) und den Oscar für sein Lebenswerk. Im Jahre 2009 unterzeichnete der Französische Präsident Nicolas Sarkozy ein Dekret, das Maestro Ennio Morricone zum Ritter im Orden der Ehrenlegion ernennt. Im Bereich der verkauften Alben wurde er mit 27 Goldenen Schallplatten, 7 Platin Schallplatten, 3 Goldplaketten und im Jahre 1981 mit dem Preis “Critica Discografica” für die Musik zum Film “Il Prato” ausgezeichnet. Der Soundtrack zum Film Zwei Glorreiche Halunken (Il Buono, Il Brutto e Il Cattivo) gehört zu den Neuzugängen 2009 der Grammy Hall of Fame.
Ermanno Olmi - Das Glück liegt in der Wahl des Essentiellen
Nach der noch nicht überwundenen Weltwirtschaftskrise ist von Seiten der Führungsklasse immer noch kein grundlegendes Zeichen erkennbar, das ihre ernste Bereitschaft zur Gründung einer neuen Zivilgesellschaft vermuten ließe, einer Gesellschaft, die sich der Bedürfnisse der Schwächeren im Hinblick auf soziale Gerechtigkeit bewusst ist und dies als Grundstock ihrer wahren Demokratie sieht.
Und was hat sich in Wirklichkeit im Vergleich zu den jüngsten betrügerischen Vorfällen in der Finanzwelt getan? Nichts.
Mit neuen Strategien wird versucht, das selbe System wieder zu etablieren, das auf dem Umschichten realer Spargelder aufbaut und somit einen falschen Reichtum erzeugt, der bei einer Offenlegung der Tatsachen seinen kriminellen Aufbau offenbart.
Denn genau darum handelt es sich, um ein kriminelles Vergehen, da der Anleger keine Möglichkeit hat, seine Ersparnisse zu verteidigen.
Ich betone nochmals, es hat sich nichts bewegt, sondern man versucht lediglich, denselben, alten Betrug zu vertuschen.
Die Leute selbst können einen positiven Beitrag zum Umschwung leisten. Wie? Indem sie den für unser Leben wirklich wichtigen Werten eine neue Bedeutung zumessen. Wie heißt es doch im e-Book von Ervin Laszlo und Marco Roveda? “Der Weg zum Glück liegt im Umschwung”.
Ja, und diese Aufforderung gilt für Alles und für Alle.
Aber um das Glück zu “erreichen” müssen wir uns vor allem aller oberflächlichen Dinge entledigen, die uns in ein Scheinglück führen.
Das Glück ist kein starres Ziel, das auf uns wartet. Das Glück ist wie ein Blitz, der nach allen Seiten hin entgleitet, schneller als unsere Gedanken, die versuchen, das Glück für immer zu fassen. Man muss besonders gewissenhaft vorgehen, möchte man wenigstens ein paar Funken davon abbekommen. Eine der Möglichkeiten, die wir heute haben, besteht in einer Umkehr zu einer bewussten Armut. KEINE Not, sondern eine frei gewählte Armut, die sich aufs Essentielle beschränkt, eine Armut, die uns die Freude am Wiederentdecken wertvollerer Dinge wiedergibt.
Die Liebe wurde diesem hassgetränkten Handeln noch nicht besiegt. Auch wenn unterschiedliche Ansichten, Rassen und Religionen heute zu grausamen Auseinandersetzungen führen und auf den Straßen Gewalt und Tod herrschen. Ich bin davon überzeugt, dass die Ursachen in der vielschichtigen Einsamkeit, die sich in einem Mangel an Vertrauen breit gemacht haben, zu suchen sind.
Fragen wir uns also, was aus unserem Vertrauen geworden ist! Verloren ist das Vertrauen in große öffentliche Einrichtungen, in soziale Gerechtigkeit, Rücksicht auf den Schwächeren, Schule, das auf dem guten Vorbild der Erwachsenen aufbaut. Und auch die großen privaten Einrichtungen, die Fädenzieher der Finanzwelt, könnten ein neues Konzept von Reichtum erarbeiten, das auch gesellschaftlich akzeptabel ist. Und sicher kommt der Tag, an dem die Geschichte gezwungen sein wird, Entscheidungen ohne Fehlerspielraum, das heißt ohne Umkehr, zu treffen.
Und trotz allem gebe ich die Hoffnung nicht auf, denn sie ist die Mutter des Vertrauens. Ich denke oft, dass die Ursache all unserer Enttäuschung und Niedergeschlagenheit auf eine falsche Sichtweise zurückzuführen ist. Das heißt auf eine “künstliche Wiedergabe” der Wirklichkeit, die uns die Anderen durch ihre Überzeugungen vorleben, anstatt das an uns vorbei ziehende Leben direkt mit unseren eigenen Augen zu betrachten.
Kurze Biographie
Er geht bereits jung von Bergamo nach Mailand, um sich dort an der Akademie für Theaterkunst einzuschreiben. Er ist Angestellter der EdisonVolta, wo er für den Filmservice zuständig ist und zwischen 1953 und 1961 etwa 30 Dokumentarfilme dreht.
Mit “Il tempo si è fermato” (Als die Zeit stillstand) feiert er sein Kinodebüt, und “Il posto” (1961) bringt ihm zahlreiche positive Kritiken ein.
Im Jahre 1977 entsteht sein Meisterwerk “L'albero degli zoccoli” (der Holzschuhbaum), für das er bei den Festspielen in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wird. 1982 kehrt er mit “Cammina cammina” zum Spielfilm zurück und gründet die Schule “Ipotesi Cinema” in Bassano del Grappa, 1987 folgt “Lunga vita alla signora”.
Im Jahre 1988 erhält er den Goldenen Löwen für “La leggenda del santo bevitore” (Die Legende vom heiligen Trinker). In den 90er Jahren widmet er sich dem Rai-Projekt „Bibelgeschichten” und dreht dafür die Genesis. 2007 dreht er “Centochiodi” und wird 2008 bei den Filmfestspielen von Venedig mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Wir müssen unsere Einstellung ändern und verstehen lernen, dass ein nachhaltiges Wirtschaftswesen mit seinen Ideen und revolutionären technologischen Neuerungen dazu beiträgt, neue Geschäftsbeziehungen zu knüpfen und vor allem die Welt zu retten.
In einem Interview im Monatsmagazin ‘Style’ des ‘Corriere della Sera’ habe ich gesagt, dass wir die Wirtschaft mit jedem Kauf, den wir tätigen, unterstützen: Dabei sollten wir uns fragen, ob wir auch der Umwelt helfen oder nicht. Es wäre herrlich, sich um derartige Fragen keine Gedanken machen zu müssen, aber wir leben nun mal in einer Marktgesellschaft. Es ist offensichtlich, dass sich die Zukunft nach einer umweltverträglichen Wirtschaftsweise ausrichten muss, die nicht nur Arbeitsplätze schafft, sondern für die Jugend zugleich eine Identität und Engagement bedeutet. Dabei müssen Geld und Ethik, Zukunft und Zivilisation zusammenspielen, auch in der Filmwelt.
Klar, wenn ein Star sich für die Umwelt einsetzt, dann hat das auf das Publikum einen gewissen Einfluss, macht es aufmerksamer und bewusster. Das sei dumm? Ich würde ein Star System, das die Leute in dieser Richtung beeinflusst, sehr begrüßen!
Ich selbst kann behaupten, dass mich das Engagement im Umweltschutz in jeder Hinsicht entschlossener und tatkräftiger gemacht hat und ich gelernt habe, sinn- und nutzlos gewordene Verhältnisse und Freundschaften abzubrechen. Wer sich für eine gute Sache einsetzt tut sich leichter, sich aus dem Wirbel der Missverständnisse zu befreien und sich seiner Unsicherheiten zu entledigen. In meinem Leben gibt es nicht nur meine Karriere: Meine „grüne“ Tätigkeit hat mir Kraft gegeben und mich optimistischer gemacht. Wenn man verstanden hat, dass der Kampf für den Umweltschutz ein Kampf zugunsten der ganzen Menschheit ist, dann ist Zynismus fehl am Platz.
Anlässlich der Präsentation von ‘Shutter Island’ in Rom habe ich darauf hingewiesen, dass ich mich seit mittlerweile mehr als 13 Jahren mit Umweltthemen befasse, aber ich habe gemerkt, dass die Umweltschutzbemühungen erst seit der Ausstrahlung von Al Gores Dokumentarfilm „Eine unbequeme Wahrheit“ zu Tage kommen und den nötigen Anstoß zu Veränderungen geben. Viele Personen, die in Non-Profit-Organisationen tätig sind, prangern die katastrophalen Folgen der weltweiten Klimaveränderung bereits seit geraumer Zeit an, aber erst seit „Eine unbequeme Wahrheit“ hat die Öffentlichkeit den Ernst der Lage begriffen. Man muss Al Gore wirklich hoch anrechnen, dass es ihm gelungen ist, gewisse Notsituationen einfach und präzise darzustellen und den Leuten über das Medium Kino die Augen zu öffnen. Gut, nun wissen wir, dass es eine Menge zu tun gibt und dass die Zeit drängt. Ich setze mich persönlich ein und werde mein Engagement auch in Zukunft weiter ausführen.
Glücklichsein hat keinen Preis: Mit Geld kann man viele Dinge kaufen, aber nicht alle. Man darf nicht in die Falle des Übermaßes geraten. Und ich kann behaupten, mehr Geld als nötig zu besitzen. Geld kann allerdings auch zugunsten der Umwelt eingesetzt werden, denn ohne wirtschaftlichen Fortschritt gäbe es keinen Fortschritt im Bereich der “grünen” Technologien, mit denen wir einen konkreten Beitrag zum Umweltschutz leisten können.
Kurzbiographie
Er wurde 1974 in Los Angeles geboren und beginnt seine Schauspielkarriere bereits von Kindesbeinen an, zuerst in Werbespots, dann in Fernsehserien und schließlich beim Film. Er hat in zahlreichen Filmen mitgewirkt, aber der größten Publikumserfolg erzielte er sicherlich 1997 mit dem internationalen Kassenschlager ‘Titanic’. Zuletzt war er in ‘Shutter Island’ unter der Regie von Martin Scorsese zu sehen.
Seit Jahren engagiert er sich für Umweltschutz und setzt sich aktiv für die Unterstützung von ökologischem Business ein. Zu seinen engagierten Filmen zählen ‘The Beach’ von 2000 und ‘Blood Diamond’ von 2006. Ein Jahr später ist er Autor und Produzent des umweltbezogenen Dokumentarfilms “Die Elfte Stunde”.
Heute fährt er einen Prius, hat eine Wohnung in einem nachhaltigen Newyorker Wolkenkratzer und hat vor Belize eine kleine Insel erworben, auf der ein Eco-Resort geschaffen wird.